Indie Reihe: Crowdfunding

Indie-Spiele sind derzeit erfolgreicher denn je. Neben den populären und äußerst preisgünstigen Indie-Bundles von Seiten wie Indie-Royale, bestechen diese Spiele vor allem durch etwas, was den großen Entwicklerstudios in den letzten 15 Jahren abhanden gekommen ist: Innovation.

Wer also nicht unbedingt Grafikbomben, Sequels oder Spiele mit Spielzeiten jenseits der 50 Stunden erwartet, der kann in der Indie-Gaming-Szene definitiv glücklich werden. Allerdings bekommen die Indie-Entwickler mit steigender nachfrage und steigendem Angebot mehr und mehr Probleme.

Zum einen nimmt die Konkurrenz zu, weshalb es notwendig ist seine Produkte geschickt und vor allem werbewirksam in Netzwerken wie Steam, Indieroyale und Co. zu platzieren. Denn auch wenn ein Indiespiel meist nicht mehr als 15 Euro kostet, müssen sich die meisten Indieliebhaber bei mittlerweile über 10 „Toptiteln“ im Monat schon etwas in Sparsamkeit üben. Um sich jetzt gegen andere Spiele durchzusetzen, bleibt den Entwicklern meist nur eine Möglichkeit: Professionalisierung. Der Indie-Titel muss weg von der kleinen Spielerei, hin zu einem professionellen Spiel, das es möglicherweise sogar mit den großen Marken aufnehmen kann. Das kostet natürlich Geld. Eine Menge Geld.
Wer sich jetzt mit dem Begriff Indie im Unterschied zu Casual im Klaren ist, der weiß, dass Geld einer der Knackpunkte von den eher kleineren Entwicklerstudios dieser Spiele ist. Sie haben keinen großen Publisher im Rücken, sie haben – da sie oft Newcomer sind – weder Finanzreserven noch wird man ihnen hohe Kredite bewilligen. Das wirkt sich natürlich auf Personal und Ausstattung des Spieles aus. Was die Entwickler allerdings durchaus vorzuweisen haben, ist zum einen eine äußerst treue Fanbase, zum anderen natürlich die innovativen Ideen. Man machte sich vor einigen Jahren dementsprechend Gedanken, wie solche Kleinstunternehmen von ihren Ideen und den Fans profitieren konnten. Die Lösung war einfach – man machte die Fans zu Sponsoren – das Crowd Funding war geboren.


Das Crowd Funding läuft folgendermaßen ab: Ein Entwicklerstudio stellt seine Idee der Öffentlichkeit vor. Garniert sie häufig mit ein paar Grafiken oder Konzeptzeichnungen und bittet die Öffentlichkeit um spenden. Hält die Öffentlichkeit das Projekt für spendenwürdig, dann kann jeder einen freiwilligen Betrag spenden, um das Projekt zu unterstützen. Bei den meisten Crowd Funding Portalen wie Kickstarter.com legen die Projektorganisatoren zuvor einen bestimmten Betrag fest, den sie benötigen um das Projekt zu verwirklichen. Ist dieser Betrag erreicht, gehen die Arbeiten los.

In der Theorie sollen so die kleinen Entwicklerstudios in ihrer Innovationslust gestärkt werden. Aber wie so oft, hat die Theorie die Rechnung ohne die Praxis gemacht. Denn viele Spieler sehnen sich weniger nach echten Neuerungen, sondern vielmehr nach der guten, alten Zeit. Ihr wisst schon, die Zeit in der die Spiele noch cool waren. Was das mit Crowd Funding zu tun hat? Ganz einfach: Es werden nicht mehr nur diejenigen gefördert, die neue Ideen in die Gaming-Szene mit einfließen lassen möchten, sondern besonders diejenigen, die eine Fortsetzung zu irgendwelchen alten (und populären) Schinken hervorbringen möchten. Unabhängig davon, ob es sich um ein kleines 5 Mann Entwicklerstudio handelt, oder um eine 70 Mann starke Firma. Das führt die ursprüngliche Idee des Crowd Fundings natürlich ins Absurde. Da es fortan nicht mehr als rein kreativer Motor der Spieleindustrie fungiert, sondern nun auch Teil der Finanzbeschaffung einer komplett durchkommerzialiserten Firma eines großen Publishers sein könnte.

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Wohin das Ganze aber wirklich leitet, werden wir wohl erst in ein paar Jahren beurteilen können. Aber auch mein Beitrag beim Durchlesen etwas pessimistisch gestimmt hat, so wurde vor einigen Tagen eine neue Hoffnung für die Indie-Szene angekündigt: Steam-Greenlight. In wie weit es die Entwicklung der kleineren Titel ankurbeln kann, werdet ihr allerdings erst im nächsten Artikel zum Thema „Indie-Spiele“ erfahren.

Dieser Artikel war der Leitartikel einer neuen Reihe (Indie-Spiele). Ich plane mich zukünftig mehr auf Indie-Titel zu konzentrieren, da ich mit meinen letzten Spielen wie Resonance und Endless Space etwas auf den Geschmack gekommen bin. Deswegen wäre es nett von euch, wenn ihr in den Kommentaren ein paar Vorschläge und Kritik zum Artikel (aber auch zum Gesamtthema) äußern könntet.
By | 2013-07-24T12:06:16+00:00 Juli 11th, 2012|Archiv|0 Comments

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Mittlerweile junge, süße 29 Jahre alt, immer auf der Suche nach dem perfekten Videospiel und tollen Blogs. Mag schwarzen / versauten Humor und freut sich über den Porno, der kürzlich mit Google Glass aufgenommen wurde.

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