Duldungserklärungen

Ich bin gerade dabei mir von den meisten großen Spielepublishern die Duldungserklärungen einzuholen. Das bedeutet, dass ich in Zukunft ein paar weitere Videos zu spielen aufnehmen und bei Youtube hochladen kann. 
 Was Duldungserklärungen sind fragt ihr euch? Das ist eigentlich recht einfach erklärt. Videospiele und alle darin enthaltenen Inhalte (z.B. Bild und Ton) gehören nicht euch, sondern nach wie vor den ursprünglichen Rechteinhabern. Also EA, Ubisoft, etc. Das bedeutet, dass beispielsweise Gameplayvideos, die ihr selbst aufnehmt und irgendwo online stellt nicht komplett euch gehören, da sie immer teilweise aus Inhalten Anderer bestehen.

Ladet ihr also ohne Weiteres ein Lets Play zu Battlefield hoch, verletzt ihr die Rechte von EA, weil ihr sie euch nicht erlaubt haben, Inhalte von ihrem Spiel zu veröffentlichen. Und zu diesen Inhalten gehört eben auch das Bild und der Ton von Battlefield. In vielen Fällen wird der Rechteinhaber seine Rechte über Youtube an „eurem“ Video einfordern. Das ist meist nicht weiter tragisch. Die einzige Konsequenz davon ist, dass ihr keine Werbung mehr für das hochgeladenen Video nutzen könnt. Die sogenannte Monetarisierung ist somit deaktiviert.

In manchen Fällen sind die Konsequenzen jedoch einschneidender und reichen von Löschung des Videos, über Sperrung eures Kontos bis hin zur Unterlassungserklärung, Abmahnung und Klage. Deswegen ist es sinnvoll sich vor Veröffentlichung von Spielinhalten eine Erlaubnis des jeweiligen Rechteinhabers einzuholen, Gameplaymaterial ihrer Spiele überhaupt veröffentlichen zu dürfen.

Ihr solltet euch also im Vorfeld hinsetzen und Kontakt mit allen aufnehmen, deren Spiele ihr gerne vorstellen wollt und euch per Mail eine Duldungserklärung, Lizenz oder sonst einer Genehmigung für die Veröffentlichung der Videos einholen. Besonders dann, wenn ihr eure Videos monetarisieren wollt, ist es unumgänglich zuvor um Erlaubnis zu fragen. Denn selbst, wenn der Rechteinhaber davon absehen würde euch juristisch zu belangen, wird euer Adsense-Konto bei einem Verstoß dauerhaft gesperrt und ihr verliert nicht nur die dort angesammelten Einnahmen (bis zu 70 Euro), sondern auch die Möglichkeit zukünftig Geld mit euren Videos zu machen (Ausnahmen gibt es trotzdem).

Um diese Erklärungen zu erhalten, müsst ihr zuerst herausfinden, wer der Rechteinhaber des Spiels bzw. der Marke ist. Das steht meist auf der Homepage der entsprechenden Spiele. Dann Kontakt mit dem Firmenzentrale aufnehmen – einen einfachen Supportmitarbeiter zu fragen, bringt meistens nichts. Und nachfragen, ob ihr 1. eine Duldungserklärung zur Veröffentlichung von Gameplaymaterial erhaltet und gegebenenfalls 2. die Videos auch monetarisieren dürft.

Allerdings solltet ihr darauf achten, welche Bedingungen der Rechteinhaber stellt. Beispielsweise habe ich eine Duldungserklärung von EA erhalten und darf somit ein Video zu Star Wars: The old Republic veröffentlichen, allerdings darf ich nicht die einzelnen Musikstücke des Spiels aufnehmen und als „3-Minuten-Videos“ veröffentlichen.

Deswegen solltet ihr euch das Schreiben, welches ihr erhalten werdet genau durchlesen und vor allem: archivieren. Denn auch wenn es euch nicht davor schützt, dass euch der Rechteinhaber irgendwann die Genehmigung entzieht und beginnt eure Videos löschen zu lassen, kann er euch weder juristisch  belangen, noch solltet ihr Ärger von Youtube wegen Urheberrechtsverletzung bekommen. Falls Letzteres doch eintreten sollte, obwohl ihr die Genehmigung habt, könnt ihr bei Youtube Widerspruch erheben und die Genehmigung vorlegen.

Und, wer von euch wusste bereits bescheid? ^^

*Anmerkung: Wenn ich von „gehören“ spreche meine ich nicht den Besitz, sondern das Eigentum.
By | 2013-07-24T12:05:24+00:00 März 14th, 2013|Archiv|6 Comments

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Mittlerweile junge, süße 29 Jahre alt, immer auf der Suche nach dem perfekten Videospiel und tollen Blogs. Mag schwarzen / versauten Humor und freut sich über den Porno, der kürzlich mit Google Glass aufgenommen wurde.

6 Comments

  1. Zeitzeugin 14. März 2013 at 10:47 - Reply

    Deswegen werde ich leider auch nicht Tomb raider let’s playen, obwohl ich es so gerne getan hätte :/

  2. Phin Fischer 14. März 2013 at 11:00 - Reply

    Jap. Meines wissens ist Square Enix der einzige größere Rechteinhaber, der nicht mal nicht komerzielle Videos zulässt. Finde das zwar relativ affig, aber wenn sie meinen, gibts halt weniger Werbung für Square Produkte. Interessanterweise zieht Square die Politik sogar bei Fachzeitschriften durch. Also mit Vorabtests läuft auch da nix.

  3. Jens 14. März 2013 at 13:05 - Reply

    Interessant, wusste ich gar nicht, nicht zuletzt weil ich mich um Let´s play-Videos nie aktiv gekümmert habe. Wie ist das denn bei selbstgeschossenen Screenshots? Da werden ja weniger Rechte berührt, etwa keine Musik und sie dienen eher Beilage zum Text denn als „besprochenes Produkt“ wie ein Let´s play-Video.

    Generell: Sofern nicht andere Rechte berührt werden (Songs aus einem Spiel etc.) sollten Publisher und Entwickler eigentlich wissen, dass im Zweifelsfall sogar schlechte Werbung ziemlich gute Werbung ist. Die Engstirnigkeit leuchtet mir nicht ein…aber gut, wer kann schon in einen „Publisherkopf“ gucken…

  4. Phin Fischer 14. März 2013 at 13:12 - Reply

    Mit Screenshots ist es wie mit Videos. Die Rechte am Bild behält der Publisher / Entwickler. Ob da jetzt weniger oder mehr Rechte berührt werden ist eigentlich egal. Solange man damit gegen das Urheberrecht verstößt, kann der Urheber dagegen vorgehen. Nur machen es die meisten einfach nicht, weil es für sie einfach Werbung ist, wenn Bilder ihrer Spiele im Netz umherschwirren.

    Ausnahmen gibts natürlich. Besonders wenn es um geleaktes Material aus Alphas oder Betas geht. Da wird dann auch schnell mit dem Gesetz gedroht. Und wenn du Pech hast, werden in deinem Screenshot deine Daten (z.B. deine Account ID) verschlüsselt, sodass der Hersteller sofort erkennen kann, wer den Screenshot geschossen hat. So ist es beispielsweise bei Blizzard Produkten.

  5. Jens 14. März 2013 at 13:47 - Reply

    Ah, ok, danke für die Info! Da gucke ich nochmal genau drauf – bislang habe ich auf eigenes Material/Beiträge verzichtet, wenn von Publisherseite Publikationen explizit eingeschränkt bzw. verboten wurden. Wie etwa geschlossene Betas. Habe echt keine Lust, mir wegen irgendeinem letztlich nicht so entscheidenden Kleinkram Ärger einzuhandeln…

  6. Phin Fischer 14. März 2013 at 14:13 - Reply

    Keine Ursache. Und ja, mit der NDA ist wirklich nicht zu spaßen. Aber man überlebt es. Ich finde es nur ein klein wenig blöd, dass bei vielen Spielen die NDA auch noch bei Release oder einer Open Beta für die alten Beta-Inhalte aktiv bleibt. Und man beispielsweise keine Eindrücke oder Videos die man vorher gesammelt hat, veröffentlichen darf.

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