Respekt zwischen Spielern und Entwicklern

Die Battlefield 4 Foren kochen über. Egal zu welchem Thema, egal ob über die Balance der Mobilen Artillerie oder die Zerstörbarkeit der Karte gesprochen wird, man kann keine zwei Beiträge lesen, ohne dass Flames ausbrechen. Wüste Beleidigungen, Frust, Drohungen. Zur Abwechslung richten sich diese aber nicht gegen andere Nutzer, sondern gegen Hersteller und Publisher des Spiels. Also gegen DICE und EA.

Bugs, Bugs, Bugs

Wer sich das Spiel gekauft hat und jetzt nicht gerade nur für die Konsole, sondern für PC, der kann sich auch vorstellen worum es geht. Sowohl Client (also das Spiel) als auch die Server (auf denen man spielt) leiden unter massiven Bugs. Zu Release haben nahezu alle Server mit mehr als 48 Spielern massiv gelagt. Alle 3 Sekunden hingen die Spielfiguren für einen kurzen Augenblick fest. Ein Spielen, vor allem einen Shooter zu spielen, war damit unmöglich.

Ist man auf einen 32 Spieler Server gewechselt, gabs zwar keine Lags, dafür stürzte entweder das Spiel oder gleich der ganze Server alle 2 Runden ab. Ist man dann im Laufe einer Runde rausgeflogen, konnte es sein, dass der gesamte, im Laufe der Runde erzielte, Fortschritt flöten war. Man hat also unter Umständen 40 Minuten „umsonst“ gespielt.

Gleichzeitig gabs da noch diesen nervigen Soundbug, der auf manchen Karten auftrat. Dabei viel beim Spielen immer mal wieder der Sound aus. Das ist natürlich besonders scheiße, weil man dadurch weder hören konnte, ob auf einen geschossen wurde, noch ob man von wärmesuchenden Raketen erfasst wurde.

Hat man sich dann in den Singleplayer gestürzt, hatte man nach wie vor einige Abstürze und defekte Speicherstände, wodurch man am Spielen behindert wurde.

Es gibt natürlich auch noch hunderte weitere Fehler im Spiel. Ich habe nur mal die gröbsten aufgezeigt. Man kann sich also ein zwei Fingern abzählen, dass spätestens am Samstag nach Release tausende Flames im Forum waren. Da gabs dann wie immer zwei Fraktionen:
Die Flamer und die Beschwichtiger.

Die Beschwichtiger verwiesen darauf:
– dass doch bereits an Patches gearbeitet wird
– dass man etwas geduldiger sein sollte
– dass noch nie ein Spiel ohne Fehler veröffentlicht wurde
– dass man in der Zeit doch etwas anderes Spielen sollte
– dass man etwas mehr Respekt gegenüber den Entwicklern haben sollte

Wo bleibt der Respekt?

Aber ganz ehrlich? Auch wenns mir persönlich zu dumm ist, mich ins Forum zu stellen und die Entwickler als Penner zu bezeichnen, frag ich mich, wieso ich Respekt gegenüber Entwicklern entgegenbringen soll, wenn diese mir als Kunden keinerlei Respekt entgegenbringen und Mangelware veröffentlichen, nur um ja VOR der Konkurrenz (Call of Duty) veröffentlichen zu können?

Ich kann es echt verstehen, wenn z.B. bei Release manche Login-Server (siehe Veröffentlichung von MMOs) die Grätsche machen. Auch wenn noch kleinere Bugs im Spiel sind. Aber wenn man während einer „Beta“ die Tester nur 5% der Spielinhalte testen lässt, dann ist klar, dass das Spiel bugverseucht sein wird. Besonders dann, wenn das Spiel 2 Wochen nach der 7-tägigen Open Beta bereits veröffentlicht wird.

Heutzutage nehmen sich sehr viele große und kleine Entwickler monatelang zeit, das Spiel durch die Community testen zu lassen. Und zwar von Kopf bis Fuß. Gibts zu viele Bugs, wird dann auch schon mal das Veröffentlichungsdatum verschoben. Wenns danach immer noch Fehler im Spiel gibt, kann man wenigstens sagen, die Entwickler haben bisher alles versucht.

Aber der Release von Battlefield 4 war absolut dilettantisch. Und bisher konnte mir auch noch kein Beschwichtiger vermitteln, wieso ich Geld für ein fehlerhaftes Produkt bezahlen sollte. Und als Entwickler sollte man genau dann auch nicht jammern, wenn die Leute zum Keyhändler gehen oder sich in den Gebrauchtspielemarkt stürzen.

By | 2015-08-27T11:01:58+00:00 November 6th, 2013|Blogging|11 Comments

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Mittlerweile junge, süße 29 Jahre alt, immer auf der Suche nach dem perfekten Videospiel und tollen Blogs. Mag schwarzen / versauten Humor und freut sich über den Porno, der kürzlich mit Google Glass aufgenommen wurde.

11 Comments

  1. Chrissy 6. November 2013 at 10:50 - Reply

    Wenn ich dadran denke, dass so Spiele 50Euro plus kosten finde ich das doch ganz schön „hart“.

    Ich würde aber trotzdem die Entwickler nicht als Penner bezeichnen, einen gewissen Grundrespekt sollte man schon wahren.

    • Phinphin 8. November 2013 at 11:21 - Reply

      Machen wir aus den 50 Euro mal 100 Euro *hust*
      In diesem Fall gab es nämlich noch ein Zusatzpaket, das nochmal 50 Euro gekostet hat und sich viele gekauft haben.

      • Chrissy 8. November 2013 at 17:03 - Reply

        100 Euro o.O
        Ich glaub das letzte Spiel was ich mir gekauft hab für den PC war Sims. Von daher bin ich wohl nicht ganz up-to-date.

  2. moep0r 6. November 2013 at 12:39 - Reply

    Das Problem ist hier wie du gesagt hast ganz klar die Releasepolitik. Das Datum steht fest und was bis dahin nicht drin ist ist oder nicht funktioniert wird halt nachgepatcht. Der Grossteil der Kaeufer ist ja ohnehin Vorbesteller und die haben dann ja eh schon bezahlt wenn bekannt wird, dass das Spiel mangelhaft ist. Ob die SLeute zufrieden sind interessiert doch auch keinen mehr wenn die Verkaufszahlen stimmen..

    Ich frage mich allerdings wie die hohen Wertungen von den Kritikern (http://www.metacritic.com/game/pc/battlefield-4) zustande kommen..

    Ich fuer meinen Teil warte jedenfalls noch mit dem Kauf, mein Rechner packt das momentan wohl eh nicht so ohne weiteres…

    • Phinphin 8. November 2013 at 11:25 - Reply

      Die hohen Kritiken sind für mich auch nicht nachvollziehbar. Das Spiel ist in dem Zustand viel zu mangelhaft, da hätte ich mich als Tester geweigert eine Kaufempfehlung bzw. Wertung abzugeben.
      Manche Tester berufen sich ja darauf, dass bei ihnen das Spiel keine Probleme gemacht hat. Das kauf ich denen aber nicht ab. Schließlich stürzt der Server ja für alle Spieler ab oder laggt für alle 66 Spieler. Und nicht nur für eine Hand voll.

      Alleine die Crash to Desktops sind in den Serverüberwachungsprogrammen gut sichtbar. Stürzt das Hochhaus in Shanghai ein, verlassen 30 % aller Spieler binnen einer Sekunde den Server. Da muss man schon ziemlich blind getestet haben, um zu sagen, es gäbe nur wenige Probleme.

      • moep0r 8. November 2013 at 11:30 - Reply

        Naja, vllt bezogen sich die Tests auch ganz naiv auf den Singleplayer x)

  3. DerSpieleTester 6. November 2013 at 18:14 - Reply

    Ganz klar : EA und Dice haben im großen Stil mit dem Titel versagt.

    Bugs, Performance Probleme, K.I. Aussetzer (Singleplayer) und und und…

    Natürlich muss man erwähnen, das ein mächtiger Druck auf Firmen lastet, besonders wenn es um das Überleben geht (siehe THQ – Schnell können bekannte Marken pleite gehen).

    Dennoch erwarte ich als Kunde, das ein Produkt spielbar ist! Scheinbar warten viele Spieler liebend gern auf Patches und Updates!

    Wenn ich ein Auto kaufe, möchte ich losfahren können und nicht auf den Motor warten!

    (p.S. EA und Dice veröffentlichten nach den Katastrophen-Titeln Medal of Honor – 2010 und Warfighter, das diese Serie endgültig verstorben sei. Dennoch ist ein Nachfolger geplant, weswegen ich dieser Firma reine Abzocke am Kunden vorwerfe!)

    Wer solch eine Firmenpolitik hinnimmt, am Ende unfertige Spiele zu kaufen (Patches und Updates sollen es richten), soll sich am Ende nicht aufregen.

    Grüße von
    John Tester

    • Phinphin 8. November 2013 at 11:28 - Reply

      Ob ein Spiel unfertig oder nicht ist, lässt sich ja leider oft im Voraus nur schwer sagen.
      Ich habe an der Beta zu Battlefield 4 teilgenommen und hatte in 20 Stunden Spielzeit keinen einzigen Spiel- oder Serverabsturz. Keine Soundaussetzer und keine Laggs.

      Da geht man eigentlich davon aus, dass das finale Produkt technisch sogar noch etwas ausgereifter ist, als die Beta. Und nicht, dass plötzlich gar nichts mehr funktioniert.

  4. TomTom 9. November 2013 at 20:51 - Reply

    Dann möchte ich hier einmal die Rolle des Beschwichtigers einnehmen. Zum einen für die Tester, denn es kann ja sein dass diese vor dem offiziellen Release bereits die Wertungen vergeben haben, um den Test möglichst als erste zu veröffentlichen und die Server dementsprechend weniger zu tun hatten. Ohnehin gebe ich nicht viel auf Tests zu Videospielen, denn wenn ein Spiel mich interessiert möchte ich mir selbst ein Bild davon machen, unabhängig davon wie Tests ausfallen. Außer ich bin wirklich hin und her gerissen, dann schaue ich manchmal in einen Test hinein, obwohl ich selbst dann eher unzählige Community Aussagen heran ziehe und versuche daraus ein Bild zu gewinnen. Dennoch sind viele Videospiele-Tester bei den Großen nicht ganz unparteiisch, denn diese sehen es gar nicht gerne wenn ihre Spiele zu negativ betrachtet werden und versuchen ihr bestes die Tester unter Druck zu setzen, was ihnen auch relativ gut gelingt. Zumindest bei den Internetseiten/Magazinen die damit ihr Brot verdienen und um Ihre Existenz sorgen.

    Zum anderen möchte ich auch die Entwickler hier in Schutz nehmen, denn wenn man die Entwickler als solche ankreidet, ist das bereits sehr persönlich und als Entwickler wäre ich zutiefst in meiner Berufsehre angegriffen. Dabei bin ich mir fast sicher dass die Entwickler sich den Arsch aufgerissen haben, bedenkt man auch die Crunchzeit die kurz vor Release üblich ist, in denen die Entwickler oft weit über Zehn Stunden am Tag arbeiten müssen. Es sollte jedem klar sein dass für einen verfrühten Release sowie unzureichenden Servern in erster Linie der Publisher schuld ist. Deshalb möchte ich hier einmal die Entwickler, die an einem unzureichendem Produkt rein gar keinen Vorteil haben, aus der Schusslinie nehmen.

    • Phinphin 10. November 2013 at 10:41 - Reply

      Zu den Testern: Du konntest den Multiplayer vor dem Release nicht testen. Die Ausnahme waren die Beta Events / Gamescom / etc. auf der sich allerdings nur eine einzige Map, mit zwei Spielmodi testen ließen. Und auch nur eine Hand voll Waffen. Hätte man also das als Grundlage für den Test genommen, hätte man nur 5 % des Spiels getestet. Deswegen gehe ich davon aus, dass ein seriöser Tester nur dann testet, wenn er auch das Gesamtpaket testen kann.

      Es gab noch eine Veranstaltung 2 Wochen vor Release, auf der man wirklich alles direkt bei DICE vor Ort testen konnte. Dort gabs allerdings genau die gleichen Bugs, die es auch jetzt gibt.

      Was die Schuldfrage betrifft: Da ich nicht bei DICE sitze und deswegen nicht beurteilen kann, in wie weit EA DICE dazu gezwungen hat, das Spiel in diesem Zustand zu veröffentlichen, kommt für mich immer nur derjenige in Betracht, der das Produkt fabriziert hat. Und das ist nun mal der Entwickler. Wenn ich auf der Arbeit Scheiße baue, kommt ja auch niemand auf die Idee erst einmal meinem Vorgesetzten die Schuld zu geben, weil der vielleicht dies und jenes getan hat. Wenn der Vorgesetzte letztendlich die Schuld trägt, geb ich die Kritik so an ihn weiter. Aber ich kann doch nicht von den erbosten Kunden verlangen, in meinem Forum die Klappe zu halten (Kritik auszuüben – ich rede nicht vom Flamen) weil ich als Entwickler schließlich nichts dafür kann.

      Dass es Vertragsstrafen gibt, wenn Releases verschoben werden müssen, ist klar. Aber DICE „profitiert“ genau wie EA von der verfrühten Veröffentlichung. Sie werden ja schließlich genau so für die Verkäufe bezahlt. Deswegen haben sie meines Erachtens schon einen Vorteil durch den Release.

      • TomTom 10. November 2013 at 15:43 - Reply

        Wie gesagt war das mit den Testern nur eine waage Idee ohne Wissen, da ich weder Battlefield, noch Tests allgemein, sonderlich beachte.

        Ich wollte damit nicht sagen dass Kritik unerwünscht ist, ich wollte damit die wütende Meute nur etwas umlenken auf den Publisher. Denn gerade wenn ein Spiel eigentlich gut ist, es eigentlich nur eine Zeit- und Kostenfrage ist Bugs zu beheben, sehe ich eher den Publisher in der Verantwortung.

        Natürlich sind dass nur Mutmaßungen und deshalb eine Diskussion darüber auch relativ unnötig. Ich wollte nur die Entwickler (Angestellte) aus der Schußlinie nehmen und den Publisher/den Entwickler (Studio) in die Verantwortung ziehen, mehr nicht.

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