Werbung auf Facebook schalten #2

Vor ungefähr einer Woche bekam ich von „VodkaRedbull“ ein Kommentar zu meiner Kritik an der Selbstvermarktung über Facebook. Er oder sie brachte dabei einen klugen Einwand, zu dem ich gerne Stellung nehmen möchte :

„Das ist doch ein super Ergebnis… ich verstehe nicht was an 2000 Impressionen, 30 tatsächlichen aufrufen und 10 likes schlecht sein soll! Das sind eig sogar sehr gute Ergebnisse!
Glauben Sie das wenn Sie z.B. durch Flyer Beigabe zu einer aktuellen Tageszeitung mehr tatsächliche Ergebnisse haben? Da müssen Sie mal locker 5000 verteilen / beilegen lassen um im Endeffekt auch “nur” 30 Besuche zu haben.
Allerdings ist diese Form der Werbung wesentlich teurer als die 13€ die Sie hier bezahlt haben…“

Natürlich sind 2000 Impressionen nicht unbedingt schlecht . Man muss es aber immer in Relation zu anderen Werbemöglichkeiten sehen. Flyer sind hier ein relativ schlechtes Beispiel. Flyer kosten in der Produktion Geld. Auch die Verteilung in der Zeitung oder in der Fußgängerzone kostet nochmal zusätzlich. Je mehr Flyer produziert und verteilt werden müssen, um so größer ist der Aufwand und die Kosten. Bei digitaler Werbung im Web (wie z.B. auf Facebook) erhöht sich der Aufwand nicht. Man muss bei 2000 Impressionen genau die gleiche Anzahl an Knöpfchen drücken, wie nur bei 5 Impressionen. Die Folge davon ist, dass die Werbung eigentlich um ein Vielfaches billiger angeboten werden KANN, als das bei Flyern der Fall ist.

Auch sind Flyer als Werbemittel für Weblogs relativ nutzlos. Erst recht dann, wenn sie der Tageszeitung beiliegen. Dort würde ich vielleicht Werbung für ein ortsansässiges Unternehmen machen. Aber nicht für meinen Blog. Die Leser einer Zeitung sind die falsche Zielgruppe. Wenn ich eine Homepage oder einen Blog bewerben möchte, bietet es sich eher an, Werbung in neuen Medien (also dem Internet) zu schalten. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gamer zufällig auf Chip.de oder auf Facebook vorbeisurft, ist um einiges größer, als dass er Tageszeitung liest.

Beschränkt man sich also auf die Werbung im Internet, muss man anschließend die Kosten und das Ergebnis miteinander vergleichen. Derzeit liegt der Tausend-Kontakt-Preis für Banner/Text-Werbung im Internet bei 1 € – 1,50€. Das heißt für 1000 Impressionen zahle ich um die 1,50 €. Bei Facebook zahlte ich für 2000 Impressionen fast 15 Euro. Das macht einen TKP von 7,50 €. Also mehr als 4 Mal so hoch!

Deswegen bleibe ich dabei: Werbung auf Facebook hat sich für mich auf keinen Fall gelohnt.

By | 2015-08-27T11:00:26+00:00 Dezember 24th, 2013|Blogging|10 Comments

About the Author:

Mittlerweile junge, süße 29 Jahre alt, immer auf der Suche nach dem perfekten Videospiel und tollen Blogs. Mag schwarzen / versauten Humor und freut sich über den Porno, der kürzlich mit Google Glass aufgenommen wurde.

10 Comments

  1. Poly 28. Dezember 2013 at 18:04 - Reply

    Was will man bei dem Nutzernamen auch erwarten 😀

  2. Peter Schorf 3. August 2015 at 10:01 - Reply

    Vielen Dank für den Interessanten Einblick.
    Dazu ein paar Fragen:
    Hast Du danach die Sache mit der Kundengewinnung weiterverfolgt? Wenn ja, mit Hilfe welcher Anbieter?

    Kann es sein, dass die Preispolitik bei Facebook sich verändert hat?
    Der Test ist ja schon etwas älter.

    Gibt es definitiv keinen Weg, bei Facebook zu werben, ohne eine eigene FB Seite zu haben?

    • Phinphin 3. August 2015 at 11:16 - Reply

      Danke auch für dein Kommentar.
      Zu deinen Fragen:

      1. Nein, ich habe vor einigen Wochen nur nochmals einen letzten Versuch gestartet, bei Facebook Werbung zu schalten. Leider mit dem gleichen Ergebnis wie 2013. Ich werde in den kommenden Monaten mal versuchen Werbung über Google zu schalten und zu schauen, ob das lohnender ist.

      2. Ja, die Preise sind mittlerweile günstiger geworden. Ich habe jetzt für 8.000 Impressionen nur noch um die 5 Euro zahlen müssen.

      3. Man brauch keine Facebook-Seite für die Werbung, allerdings brauch man aber ein Facebook-Konto: https://www.facebook.com/help/490602717659709

  3. Peter Schorf 3. August 2015 at 12:00 - Reply

    Cool! Danke für die schnelle Rückmeldung.
    Was Google Adwords anbelangt, so gab es da vor einiger Zeit mal einen Test, ich glaube in der C’t.
    Dort wurde auf undurchsichtige Bewertungskriterien für die Zahlung bei bestimmten Stichwörtern verwiesen.
    Auch sackte ein Ranking nachdem die Zahlung eingestellt wurde extrem ab, wenn ich mich recht erinnere.
    Kann mich leider nicht erinnern, wo ich den Artikel gelesen habe.
    Ich war deshalb etwas kritisch und habe es erst mal gelassen.
    Facebook Werbung kam beim C’t Test im Heft 12 2012 recht gut weg. (Sollte in jeder grösseren Bibliothek verfügbar sein)

    • Phinphin 6. August 2015 at 09:32 - Reply

      Danke für die Info. Da ich heute einen 50 Euro Gutschein von Google bekommen habe, werde ich es mal selbst ausprobieren.

  4. Peter Schorf 3. August 2015 at 12:06 - Reply

    Ergänzung:
    Ich lese hier gerade nochmal den Artikel. Dort steht:
    „In einem Test haben wir zweil MAl dieselbe Werbeanzeige an dieselbe Ziegruppe adressiert und in eim ersten Fall pro Klick die empfohlenen 38 cent geboten, im zeiten einen Euro. Die billige Werbeanzeige bekamen n ur 53 Fackbook-Nutzer zu sehen, die teure hingegen 75517. Der höhere Preis sorgte also nicht nur für attraktivere Werbeplätze, sondern auch für mehr Einblendungen.“
    Da frage ich mich aber jetzt, ob die für einen Test ernsthaft 75 517 Euro hingeblättert haben?!

    • Phinphin 6. August 2015 at 09:31 - Reply

      Die 75.517 waren ja auf die Reichweite (Einblendungen) und nicht auf die Klicks bezogen. Für 75.517 Einblendungen müsste ich auch „nur“ zwischen 30 und 40 Euro zahlen.

  5. DS 10. August 2015 at 19:34 - Reply

    Was hats denn mit der Umsatzsteuer auf sich? wird die im nachhinen verrechnet, geht das automatisch oder wie? Ich persönlich habe keine Identifikationsnummer und habe deshalb sicherheitshalber meine Werbung entfernt..

    • Phinphin 11. August 2015 at 09:07 - Reply

      Wenn du ein Unternehmer bist und dir ein anderes Unternehmen wie Facebook etwas in Rechnung stellt, dann kannst du verlangen, dass auf der Rechnung die Umsatzsteuer ausgewiesen wird. Damit kannst du dann zum Finanzamt gehen und Steuerrückerstattungen fordern.
      Das ist allerdings keine Pflicht.

      Du musst auch kein Unternehmer sein, um Werbung bei Facebook schalten zu dürfen.

  6. Stefan 22. Januar 2017 at 12:13 - Reply

    Ich stimme Dir auf jeden Fall zu dass der Vergleich mit Flyern absolut hinkt. Ein sehr schlechtes Beispiel. „Derzeit liegt der Tausend-Kontakt-Preis für Banner/Text-Werbung im Internet bei 1 € – 1,50€. Das heißt für 1000 Impressionen zahle ich um die 1,50 €. Bei Facebook zahlte ich für 2000 Impressionen fast 15 Euro. Das macht einen TKP von 7,50 €. Also mehr als 4 Mal so hoch!“ Die Rechnung finde ich wirklich interessant.
    Ich versuche es diesen Monat nur mit Facebook um anschließend über Bannerschaltung auf entsprechenden Seiten nachzudenken. Ich glaube man kann, je nach Branche, mit beiden viel erreichen.
    Wenn ich an mich persönlich denke finde ich beides schwierig. Ich klicke weder bei Facebook auf Werbung noch bei chip.de oder Vergleichbaren auf die Bannerwerbung. Das muss natürlich nichts bedeuten, wäre das doch der Fall würde ich mir ja mit meiner Investition in Werbung bei Facebook gerade selber widersprechen.

    Ich denke Facebook KANN nach wie vor ein sehr hilfreiches Werkzeug sein, und vor allem das micro targeting ist unfassbar hilfreich und eigentlich die effektivste Methode seine Zielgruppe anzusprechen. Bei Banner Werbung auf großen Blogs oder so habe ich diese Möglichkeit nur eingeschränkt. Ich könnte vielleicht noch auswählen aus welchem Land die IP geschaltet sein muss, bei persönlichen Präferenzen wie Vorlieben, gelikten Gruppen und Alter wird es aber schon wieder schwerer, und ich denke hier rüber möchte Facebook seinen hohen Preis rechtfertigen.

    Ich schaue mir nun deinen Teil 3 an 😉

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