Nachdem nun das Herbst-Update in Battlefield 4 veröffentlicht wurde, gibt DICE auch kurze Infos zu den Inhalten des nächsten, größeren Patches. Dieses Mal soll das Teamspiel im Fokus stehen. Denn DICE hat festgestellt, dass es sehr viele Spieler gibt, die weniger Interesse daran haben, die Missionsziele zu erfüllen, als vielmehr daran in den Punktetabellen ganz oben zu stehen. Das schafft man freilich auch dadurch, dass man Flaggen erobert und eigene Flaggen verteidigt. All zu oft aber auch dadurch, dass man sinnlos irgendwo in der Gegend rumsteht und einfach nur in die Gegnermeute feuert, anstatt deren unbewachte Basis zu stürmen.

DICE nannte zwar noch keine konkreten Absichten, wie sie das Teamplay fördern wollen, aber in den Spieleforen werden schon viele Stimmen laut, Punktzahlen, Statistiken und Erfolge einfach ganz abzuschaffen. Sodass es im Endeffekt nur darauf ankommt zu gewinnen.

Meiner Meinung nach, würde genau solch ein System in einigen Spielen sehr gut funktionieren. In Spielen wie Battlefield 4 wäre das aber der absolute Gau. Solche Spiele ziehen ihren Spielspaß besonders daraus, dass man seinen eigenen Fortschritt erkennen kann. Anfangs trifft man einen Gegner nicht mal auf 5 Meter Entfernung, nach einigen Wochen ist man selbst bei einem Schuss aus der Hüfte zielsicher. Anfangs stehen einem nur die Standard-Waffen zur Verfügung, nach ein paar Monaten hat man ein riesen Arsenal angehäuft. Das ist selbst für etwas schlechtere Spieler sehr motivierend. Und das derzeitige Punkte-, Statistik- und Belohnungssystem ist ausschlaggebend dafür, dass genau diese Motivation zustande kommt. Denn die Punkte, Abschüsse und andere Statistiken werden einem Konto gutgeschrieben, dass Belohnungen freischaltet. So kann selbst ein Amateurspieler vom Punktessystem profitieren. Dieses einfach abzuschaffen, wäre so, als wenn man ein RPG veröffentlicht in dem es weder einen Levelfortschritt noch neue Ausrüstung gibt. Da hätten sicher die wenigsten Bock drauf.

Siege of Shanghai

Nimmt man den Standard-Battlefield-Spieler, dem Punkte wichtiger als der Sieg sind, so wird er natürlich versuchen möglichst viele Punkte zu erzielen. Hat der Gegner z.B. nur noch eine Flagge, wird er sich also vor die Flagge stellen und minutenlang die spawnenden Gegner erschießen (1000 Punkte pro Minute) , anstatt die Flagge zu erobern( einmalig 350 Punkte). Es ist für ihn also günstiger die Flagge nicht zu erobern und sein Team damit nicht zum Sieg zu führen, als das Missionsziel zu erfüllen.

Die Punkte abzuschaffen, würde allerdings nicht automatisch dafür sorgen, dass er jetzt zwangsweise in die Basis stürmt, um die Flagge zu erobern. Er wird genau so vor der Basis stehen bleiben und reinfeuern. Und wieso? Weil er keine Lust hat erschossen zu werden und dadurch 10 Sekunden aus dem Spiel genommen zu werden. Was natürlich eher passiert, wenn er ein Wagnis eingeht. Wo fördert die Abschaffung der Punktzahlen also das Teamplay?

Um das Teamplay zu fördern, muss man (bewusst!) teamplayschädliches Verhalten sanktionieren und teamplayförderndes Verhalten belohnen.

Wer mit dem Heli oder einem Fahrzeug Kameraden mitnimmt, die um eine Mitfahrgelegenheit bitten, der sollte belohnt werden. Wer die Kameraden hingegen stehen lässt und einfach an ihnen vorbeizieht, sollte bestraft werden. Ein Scharfschütze der irgendwo in der Pampa auf Gegner feuert, ist bei weitem nicht so wertvoll wie der, der auf Gegner feuert, die gerade versuchen eine Flagge zu erobern. Und ein Squad, das zusammenarbeitet, ist besser, als eins, das quer über die ganze Karte verstreut ist.

Natürlich hat das derzeitige System etwas von einem Schwanzvergleich. Aber doch nicht deswegen, weil es Punkte aufzeigt, sondern nur deswegen, weil diese Punkte nicht den Wert des Teamplays wiederspiegeln. Und genau daran muss was geändert werden.


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