Niedrige Sterberate unter Blogs 2015-2016?

Seit Beginn meines Blogs habe ich immer mal wieder kleine Artikel veröffentlicht, die sich um den Zustand meiner Blognachbarschaft gedreht haben. Beim letzten Mal war Polygonien.de der Auslöser, der auf seinem Blog kritisierte, dass von 18 Blogs nur noch 4 halbwegs aktiv seien. Meinen Senf dazu, findet ihr im Artikel „Polygonien hat recht“  – denn auch ich habe 2014 bemerkt, wie immer mehr meiner geliebten Blogs wegsterben.

Natürlich habe ich seit damals auch noch ein paar neue Gaming-Blogs kennengelernt, aber insgesamt hat die Zahl der Blogger doch deutlich abgenommen. Doch woran liegt das? Sind die Blogger selbst schuld oder liegt es vielleicht doch am Bloggen selbst oder an der aktuellen Netzkultur? Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, aber ich denke, dass sich das Surfverhalten der Gamer inzwischen stark gewandelt hat und das Interesse an Texten übers Gaming schwindet.Roberto von Polygonien.de

Das Sterben geht weiter

Eigentlich hatte ich das Gefühl, dass seitdem kaum noch Blogger ihr Hobby an den Nagel gehängt haben. Und dass ich deswegen auch weniger oft meinen Feedreader entrümpeln muss. Dass ich mich hier aber auch ein wenig täusche, zeigen alleine die Kommentatoren unter meinem Beitrag „Polygonien hat recht„.

Dort haben insgesamt 7 Blogger gepostet, wovon immerhin zwei mittlerweile nicht mehr aktiv sind. Damals geschrieben haben:
– Sebastian von HowISeeIt.de (Blog eingestellt Mitte 2015)
– Moepor von OMGWTFBBQ1337.de (Blog läuft noch)
– Polygonien von Polygonien.de (Blog läuft noch)
– Christiane von Sponselino.de (Blog läuft noch)
– Jens von Gameexperience.de (Blog eingestellt Anfang 2016)Update: Blog läuft noch!
– Zeitzeugin von Zeitzeugin.net (Blog läuft noch)
– Paleica von Paleica.wordpress (Blog läuft noch)

Bei Christiane muss man dazu sagen, dass sie häufiger mal ihren Blog Tabula Rasa macht 😛 und bei Polygonien gabs ab und zu ein paar kleinere Durststrecken. Alles in Allem normalerweise eine gute Bilanz. Trotzdem muss ich hier dazu sagen, dass wir schon zu den alten Hasen gehören und die letzten Jahre gezeigt haben, dass wir ausdauernd sind. Moepor schreibt wahrscheinlich noch Reviews zu The Walking Dead, wenn wir selbst alle schon unter der Erde liegen. Die Abbrecherquote bei Blogneulingen hingegen ist natürlich sehr viel höher. Als Anfänger probiert man etwas rum, erhält die ersten Besucher und freut sich wie ein Schneekönig über das erste Kommentar. Aber wenn man sich nach 3 Monaten trotz SEO immernoch keine Black Card von American Express leisten kann, hängt man das Bloggen schnell wieder an den Nagel.

Viele Blogger-Community-Aktionen gescheitert

Solche Fehlschläge betreffen leider nicht nur das Bloggen an sich, sondern auch viele Aktionen drumherum. Ein gutes Beispiel dafür sind Blogger-Foren. Es gab erst (2013) ein Forum, das nannte sich „Blogger-Forum.com“ Ende 2014 war dort dann, trotz tausender angemeldeter Nutzer, absolut tote Hose. Statt dem Projekt etwas neuen Pepp zu geben, dachte sich die Bloggercommunity dann einfach: „Lass mal ein neues Forum machen, das wird bestimmt viel besser“. Kurze Zeit darauf kam dann ein weiteres Bloggerforum (dessen Namen ich bereits vergessen habe). Alle waren die ersten Wochen sehr euphorisch, bis dann auch hier kaum noch geschrieben wurde. Anfang 2015 kam dann das Blogboard als 3. großes Bloggerforum in Fahrt. Aber auch hier hat man sich mittlerweile kaum noch etwas zu sagen.

Auch das Bündnis: GeekBlogs.de wurde letztes Jahr mangels Interesse eingestampft. Von zig anderen guten Ideen und Aktionen ganz zu schweigen. Ich würde allerdings noch nicht mal sagen, dass generell kein Interesse an solchen Aktionen vorhanden ist – egal obs Diskussionen in Blogger-Foren oder um Gemenschaftsaktionen wie GeekBlogs geht. Viele tun sich nur schwer damit auf ein langfristiges Ziel hinzuarbeiten. Man muss halt ständig am Ball bleiben. Über Jahre hinweg. Und das ist extrem schwierig. Nicht nur für die Autoren (Blogbetreiber) die regelmäßig neuen Content liefern wollen. Nicht nur für die Forenbetreiber, die mit bestimmten Aktionen die Diskussionen wieder anregen wollen. Auch für uns Leser.

Interaktionsmüde

Ich erwische mich z.B. was Kommentare betrifft immer in einem gewissen Zwiespalt. Da hat Patrick den hunderttausensten Episodenguide zur Serie Gotham veröffentlicht. Ich lese ihn mir zwar durch, mir fällt aber nix ein, was ich groß dazu schreiben könnte, was ich nicht auch in den 999 Guides davor schon in die Kommentare geschrieben habe. Also lasse ich den Artikel, an dem der gute Wahrscheinlich mindestens 60 Minuten gesessen hat, unkommentiert. Da werden manche von euch jetzt sagen: „Und? Wo ist das Problem?“. Dann denke ich aber wieder an Chaosmacherin, die das Resultat vor einigen Wochen in ihrem Artikel „Ein paar Gedanken zu meinem Blog“ gut auf den Punkt gebracht hat: Wenn kein Feedback kommt, fühlt man sich irgendwann einsam.

Nicht, dass ich gerne eine A-Bloggerin wäre, das wäre mir sicher auch zu anstrengend. Aber ich wäre gerne eine Bloggerin mit mehr Interaktion. Vielleicht sogar einer kleinen Community, die aus mehr als 5 Stammlesern besteht. Ich denke meine Posts sind einfach uninspiriert und darum für die Allgemeinheit nicht interessant genug. So beleiben Leser und vor allem auch Interaktion aus.Chaosmacherin

Auf Teufel komm raus Kommentare zu hinterlassen, ist aber auch irgendwo scheiße. Am Schlimmsten noch, wenn man dann sowas postet wie: „Schönen Blog hast du da. Würde mich über Besuch von dir auf meinem Blog freuen 🙂 [Link]“ Dass sich Blogger verbiegen und nur noch Rants posten, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erhaschen „Also ich finde ja, Grünenwähler sind alle Kinderf*cker“ oder nur noch SEO-Guides veröffentlichen: „10 Schritte, die du in 5 Minuten 20.000 Besucher erhältst“ kanns auch nicht sein.

Also bin ich wieder genau da angelangt, wo ich auch die letzten Jahre vorher war. Ich freue mich über die schöne Zeit, bis die Leute irgendwann gehen. Rege mich nicht über meine fehlende Black Card auf. Und freue mich weiterhin über jedes Kommentar. Wenn irgendwann wieder jemand seine Idee an den Nagel hängt -sei’s drum. Aber trotzdem habe ich immer das Gefühl: Sascha, irgendwas kannst und musst du doch dagegen unternehmen.

By | 2017-01-04T09:50:31+00:00 April 8th, 2016|Blogging|20 Comments

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Mittlerweile junge, süße 29 Jahre alt, immer auf der Suche nach dem perfekten Videospiel und tollen Blogs. Mag schwarzen / versauten Humor und freut sich über den Porno, der kürzlich mit Google Glass aufgenommen wurde.

20 Comments

  1. Poly 8. April 2016 at 10:03 - Reply

    Diese Interaktionsmüdigkeit ist wohl uns allen schon aufgefallen (obwohl ich immer dachte, dass Chaosmacherin schon zu den „erfolgreicheren“ gehört), aber ich glaube, das ist inzwischen ein Netzweites Phänomen. Irgendwie scheinen die User zunehmend nur noch konsumieren zu wollen und sich immer seltener aktiv im Netz zu beteiligen. Klar, es gibt ständig neue Youtuber und Twitcher, aber Webseiten von privaten Leuten sind irgendwie aus der Mode gekommen und auch (Games-)Foren sterben allmählich aus. Ich bin seit über 10 Jahren in zwei solchen Foren angemeldet (bei Segacity bin ich auch Co-Admin) und beide sind über die Jahre auf einen sehr kleinen User-Kern geschrumpft. Neue User kommen nur selten dazu und sind meist auch wieder schnell verschwunden. Mein Co-Admin meint, dass dies insbesondere damit zusammenhängt, dass heute viele Leute nur noch über Smartphone und Tablet surfen und diese Gerät eben von vornherein eher fürs passive Konsumieren als fürs Erschaffen von Content (Tweets, Instagram usw. zähle ich jetzt mal nicht als vollwertigen Content) gemacht sind.

    Auffällig ist auch, dass in den letzten Jahren immer mehr große Games-Seiten (Gametrailers, Joystiq, 1up, Gamespy etc.) vom Netz gehen mussten, weil die Besitzer offenbar nicht mehr genug Geld daran verdient haben. Das alte Werbemodell funktioniert nicht mehr, weil (fast) jeder Adblocker benutzt und meint, dass alles im Netz gratis sein muss und das hat einen Umbruch im Netz zur Folge, der ziemlich schmerzhaft ist und wohl noch einige Opfer fordern wird. Letzteres betrifft uns „Blogger aus Leidenschaft“ natürlich nur am Rande, aber zeigt auch, dass es immer schwerer wird, daraus vielleicht mal etwas Professionelles zu machen. In jedem Fall finde ich die Entwicklungen der letzten Jahre nicht nur positiv, aber vielleicht bin ich auch nur schon zu lange dabei.

    • Sumi 8. April 2016 at 13:10 - Reply

      @Poly, ich wüsste gerne warum das so viele von meinem Blog denken 😀 Kennen tun meinen Blog tatsächlich relativ viele. So viele, dass ich auf Bloggertreffen schon ausgelacht wurde, wenn ich mich vorstellen wollte „Ja, dich kennt man doch!“. Aber Besuchen, Lesen und Kommentieren ist gar nicht so viel 😛 Oft bleibt die Besucherzahl pro Tag 2 stellig

    • Phinphin 13. April 2016 at 09:01 - Reply

      Ich kann mich auch noch an die Zeiten in den Gamesforen vor 15 Jahren erinnern. Das war wirklich etwas ganz anderes. Egal welches Forum es war, es gab wirklich rege Diskussionen und sehr viele aktive Nutzer. Ich denke, dass das heute nicht mehr so ist, liegt aber nicht nur an den Smartphones, sondern auch daran, dass sich das Informationsverhalten der Nutzer geändert hat. Wenn ich heute wissen will, wie ich Mission XY lösen kann oder ein technisches Problem mit dem Spiel habe, frage ich nicht in einem Forum nach, sondern nutze zuerst google, das mir dann meist sofort die Antwort auf meine Frage ausspuckt. Das sorgt sicher auch dafür, dass die Interaktion in den Foren zurückgeht.

  2. moep0r 8. April 2016 at 11:33 - Reply

    Also an manchen Tagen da aergere ich mich wirklich ein bisschen darueber, dass niemand meine Reviews kommentiert, aber wenn ich dann mal darueber nachdenke, dann weiss ich auch selbst nicht so richtig, was ich da drunter kommentieren wuerde. Natuerlich kann man sich ueber die Episoden unterhalten und daher versuche ich in letzter Zeit auch immer mehr, zu schreiben wie ich bestimmte Szenen fand anstatt einfach ein Recap zu verfassen.
    Aber da haben die meisten Seriengucker wahrscheinlich auch gar kein Interesse dran, was ich auch nachvollziehen kann. Gerade, wenn man mehrere Episoden am Stueck guckt, will man zwischendurch ja nicht pausieren um nochmal 10 Minuten ueber die letzte Episode nachzulesen, was denn der Rest der Welt davon haelt und zu diskutieren wie es wohl weitergehen koennte. In gewisse Weise schreibe ich die Reviews aber auch fuer mich selbst um einfach nochmal zu rekapitulieren was da alles passiert ist. Bei Shows und Filmen die ich mag, recherchiere ich da aber auch gern mal noch ein paar Stunden bevor ich wirklich mit dem Schreiben loslege.

    Da ich aber auch das „Problem“ habe, dass Gotham und TWD fast immer zeitgleich laufen und ich zu beiden jede Woche Reviews schreibe ist meine Startseite bei meinen 2-3 Postings pro Woche ziemlich dominiert von den beiden Serien und ich habe auch einfach wenig Zeit, noch andere Sachen zu schreiben.
    Ich habe die Serien daher jetzt auf einen eigenen Reiter verbannt und gar nicht mehr im „letzte Postings“ Feed angezeigt. Jetzt sind da zwar fast nur noch Reviews zu Games und Filmen aber dann ist das halt so. Offensichtlich fuehre ich ein Film- und Gamingblog 😉
    Ich habe mir aber auch vorgenommen in Zukunft wieder mehr kleinere Postings zu machen, jetzt wo ich eine Moeglichkeit gefunden habe die „wichtigen“ Sachen auf die Startseite zu pinnen.

    Was Polygonien oben geschrieben hat befuerchte ich uebrigens auch: 90% des Internetkonsums geschieht via Smartphone und da kommentiert halt einfach keiner irgendwas. Ich erwische mich auch immer wieder dabei wie ich was am Handy lese, das dann aber doch nochmal ins Pocket speicher um einen Kommentar zu schreiben wenn ich das naechste mal am Rechner bin. Nur dem „08/15-Leser“ ist sowas verstaendlicherweise nicht wichtig genug, kam er doch nur zum Artikel weil jemand aus seiner Freundesliste bei Facebook geliked hat, was jemand aus dessen Freundesliste drunter kommentiert hat..

    • Phinphin 13. April 2016 at 08:57 - Reply

      Also, ich kann nur für mich und meine Seite sprechen, aber andere Blogs besuche ich selten mit dem Handy. Meistens lese ich da nur Nachrichten oder surfe auf Facebook / Twitter.
      Laut Analytics sind auch „nur“ 10% meiner Besucher auf dem Handy unterwegs. Allerdings zählen da logischerweise die Leute, die mich über einen Feedreader lesen nicht mit.

      Aber ich kann das allgemeine Problem verstehen. Bei twitter funktioniert die Kommunikation übers Handy auch nur deswegen so gut, weil man dort nicht umfangreichere Antworten sondern nur kurze Sätzen schreiben muss / kann. Bei längeren Kommentaren würde mir da sicher die Hand abfallen, müsste ich sie auf dem Handy verfassen.

  3. David 8. April 2016 at 11:42 - Reply

    Ich hab früher auch immer mal wieder durch die Blogroll geklickt und gedacht „Oh, wieder einer weg, schade“. Wir sind jetzt seit 2009 dabei, aber ich würde lügen, würde ich behaupten, es hätte nie Gedanken ans Aufhören gegeben. Seit Jahren konstante oder sogar fallende Zugriffszahlen (ja, sind nicht wichtig, aber irgendwie will man doch lieber ein Wachstum sehen) und Kommentare kommen eh nicht. Wobei wir auch hauptsächlich Reviews schreiben und was soll man da groß kommentieren? Ich kommentiere bei Reviews eigentlich auch nur, wenn ich das Spiel selbst gespielt habe und entweder 100% derselben Meinung wie der Autor bin („Sehe ich genauso, toller Text usw“) oder der komplett gegenteiligen Meinung bin. Dabei sollten Reviews ja eigentlich für Leute sein, die das Spiel noch nicht selbst gespielt haben.
    Unsere erfolgreichsten Artikel sind Rants mit dem Titel „Warum xy ein total doofes Spiel ist“, da kommen die ganzen Hater aus ihren Löchern, wenn man was doof findet, was irgendwer gut fand. Aber das machen wir auch nur, wenn der jeweilige Autor das wirklich doof fand und nicht, um diese ominösen Klicks zu generieren. Von denen wir nichts haben und die nach 2 Tagen eh wieder das alte Niveau erreicht haben.

    @POLY das alte Werbemodell funktioniert aber nicht wegen Adblockern nicht, sondern weil die Werbemenschen alle von Print auf Online schließen und dieselben Mittel anwenden wollten. Wobei ich eh meine Zweifel habe, dass klassische Werbung überhaupt funktioniert. Beim Fernseher gucke ich weg oder geh raus, bei Spotify/im Radio höre ich nicht hin und im Magazin blättere ich dran vorbei und im Kino rede ich mit dem Sitznachbarn, wenn Werbung läuft. Das ganze Konzept „bezahlen nach Anzahl der Personen, die es gesehen haben könnten“ finde ich total hirnrissig und überholt. Bei Seiten, die ich mag, schalte ich den Werbeblocker aus, bekomme aber dann auch nur total beschissene Werbung zu sehen, auf die ich niemals klicken würde, oder dauerhaft Werbung für HelloFresh, wo ich seit 3 Jahren schon Kunde bin. Wäre Werbung besser, interessanter, weniger störend und auf die Leute zugeschnitten, gäbe es auch keine Adblocker. Aber eine Patentlösung für das Problem habe ich auch nicht. Produkttests finde ich eigentlich eine gute Alternative, wenn man dem Tester und seiner Objektivität vertraut.

    • Phinphin 13. April 2016 at 08:34 - Reply

      “ klassische Werbung überhaupt funktioniert. Beim Fernseher gucke ich weg oder geh raus, bei Spotify/im Radio höre ich nicht hin und im Magazin blättere ich dran vorbei und im Kino rede ich mit dem Sitznachbarn“
      Das ist richtig. Deswegen kann ich es manchmal auch nicht so ganz verstehen, wenn Werbeblocker durch die Werbebranche (und manchmal auch durch die Plattformbetreiber) verteufelt werden.
      Bannerwerbung ist unheimlich ineffizient. Selbst wenn kein Blocker aktiv ist, werden es die meisten Besucher nicht groß wahrnehmen. Oder weiß jemand aus dem Stehgreif, welche Werbung ich hier auf dem Blog einblende?

      Das Problem, das ich jetzt auf uns zukommen sehe, ist allerdings, dass mangels Einnahmen, viele Werbetreibenden und Plattformbetrieber ihr Werbeformat überdenken werden und auf effektivere Werbung setzen werden. Das sind dann so Sachen wie: Advertorials, Promotionen oder Sponsored Posts. Und das wird dann richtig problematisch, weil man als Leser dann oft nicht mehr unterscheiden kann, was „neutraler“ Content und was Werbung ist. Für andere Finanzierungsmodelle, wie z.B. Paid Content habe ich derzeit keine Hoffnung. Dafür ist die „ich will alles umsonst“-Mentalität im Internet zu groß.

  4. Zeitzeugin 8. April 2016 at 12:51 - Reply

    Die Sterblichkeit ist mir auch aufgefallen, daher hatte ich vor ein paar wochen (Monaten?) auch um neues Futter für meinen Reader gebeten.
    Ich finde es schade, doch es liegt wohl wirklich am kurzen Atem.
    Ich schreibe mal was darüber 🙂

    PS: ich finde es immer schade, wenn jemand, den ich mag, seinen Blog einstampft 😉

  5. […] heute stolperte ich über einen Artikel von Phinphins, der die hohe Sterblichkeit der Blogs anspricht, sich traurig über das Scheitern von […]

  6. Nerd Wiki 8. April 2016 at 14:18 - Reply

    Ich habe mir schon früh angewöhnt meinen Blog als eine Art digitales Tagebuch zu sehen, in dem ich meine Gedanken zu den (Nerd-)Themen, die mich interessieren, als Schreibübung einfach mal niederschreiben und auf diese Weise sortieren und archivieren kann. Wenn jemand kommentiert super, wenn nicht, dann heule ich auch nicht. Denn letztlich ist es so, wie viele hier richtig sagen: Manchmal gibt es auch kaum noch etwas zu ergänzen. Wenn man da nicht besonders kontrovers ist oder eine provozierende bis inspirierende Frage am Ende eines Artikels schreibt, dann fehlen den Leuten häufig die Worte. Außerdem muss natürlich auch die Hemmschwelle zu kommentieren möglichst gering sein, Mir ist es schon häufiger passiert, dass ich kommentieren wollte und dann sollte man sich aber erst bei dem Blog registrieren. Fuck you. Das macht man dann eben nicht, weil es schon wieder zu viel Zeit kostet im reizüberfluteten Internet. Und genau da sehe ich auch ein großes Problem: Facebook und andere soziale Netzwerke, wo man „sowieso den ganzen Tag eingeloggt ist“, ganz einfach mal schnell was liken und unkompliziert kommentieren kann. Der blaue Riese zieht uns Bloggern die Leser weg, wie das Licht die Motten. Wenn ich nicht ein Plugin hätte, welche mir die FB Kommentare unter die jeweiligen Blog Artikel importiert, würde vermutlich kaum ein Schwein lesen. Alles findet eben nur noch bei FB statt, weil man da einfach durch likes, shares etc. viel schneller eine große Reichweite bekommt. Da brauch es eben keinen so langen Atem wie in den großenteils selten befahrenen, abgelegenen Wasserstraßen des gigantischen WWW-Ozeans. Es ist einfach anstrengend da auf einer winzigen Blog-Insel sein SOS-Bitte-Kommentare-Fähnchen zu schwenken. Somit ist es auch kein Wunder, dass viele auf FB einfach Gott und der Welt eine Freundschaftsanfrage schicken, um so ihr Publikum aufzubauen. Und dann nutzen sie einfach ihr Profil oder eine erstellte Fan Seite als Blog. Leider entstehen so in erster Linie Meme-Seiten und dergleichen, weil das eben weniger Arbeit ist. Und wieder wird dadurch ohnehin nur der große blaue Riese genährt und Blogs, die vor den Mauern der Megafestung kampieren, bemerkt kein Schwein. Es ist echt schade und tragisch. Aber genau deswegen habe ich mich auch emotional von diesem Thema der Rückmeldungen weitestgehend verabschiedet. Ich weiß um ein paar Stammleser, Freunde und sogar Familie, die meine Beiträge lesen und sich an ihnen erfreuen. Das reicht mir schon. Denn ist es am Ende wichtig ob ich 1. anderen menschlichen Seele, 10 oder 1000 eine Freude mache? Das sind nur Zahlen. Hauptsache ich lese es nicht vollkommen alleine. 🙂

    • Phinphin 13. April 2016 at 08:25 - Reply

      Registrieren zum Kommentieren hatte ich als Leser bisher noch nicht. Dafür aber Captcha des Grauens, bei denen du wirklich 5 Minuten nach Trial and Error vorgehen musst.
      Was Facebook betrifft, bin ich schon vor ein paar Wochen dazu übergegangen, echte Texte zu veröffentlichen und nicht einfach nur den Link zum neusten Artikel zu setzen. Kommentartechnisch hat das bisher aber kaum was gebracht. Deswegen habe ich mir das FB-Plugin auch gar nicht erst runtergeladen.

  7. Mein Senf für die Welt 8. April 2016 at 20:02 - Reply

    Hey,

    siehst du, ich stehe jetzt gerade vo genau diesem Phänomen, dass du eben noch beschrieben hast. Ich möchte dir einen Kommentar da lassen, weil es ein echt langer und durchdachter Beitrag war. Du hast dir sicher viel Mühe gegeben. Und der Beitrag hat mir auch gefallen. Aber irgendwie weiß ich nicht so recht, WAS ich schreiben soll…

    Ich habe mich schon oft gefragt, woran dass liegt. Ich meine, ich blogge ja selber, bin im allgemeinen sehr mitteilungsbedürftig. Und eine Meinung werde ich ja auch eigentlich immer haben zu einem Beitrag den ich gerade gelesen habe. Wieso kommentiere ich dann so ungerne? Mangelndes Interesse kann es auch nicht sein, dann hätte ich ja gar nicht zu ende gelesen.
    Jetzt muss ich allerdings auch fairerweise zugeben, dass ich mich in der letzten Zeit sehr bemühe häufiger zu kommentieren.

    Natürlich finde ich es auch schade, wenn Blog eingestellt werden, die ich gerne lese. Ist aber zum Glück noch nicht so oft vorgekommen. Allerdings überlege ich dann auch immer, was dazu geführt haben könnte. Meist wird es vor einer endgültigen Schließung ja immer ruhiger auf so einem Blog.
    Verliert der Schreiber wirklich einfach immer das Interesse/den Spaß, weil niemand kommentiert? Ich bekomme auch erst in der letzen Zeit mehr Kommentare – und übermäßig viele sind das immer noch nicht. Ich habe es in rund drei Jahren auf etwas mehr als 1000 Kommentare gebracht – wobei meine Antworten da auch mitgerechnet sind. Trotzdem bin ich noch da. Einfach weil mir das Bloggen so viel Spaß macht.

    Was ich mir gut vorstellen kann, ist dass die Blogger vielleicht keine Zeit mehr haben. Ihnen das Schreiben nicht mehr so viel Spaß macht. Oder die Themen ausgehen.
    Ich weiß wirklich nicht woran es liegt. Das wird wohl jeder Blogger, der aufhört nur selber wissen. Feststeht aber, dass fehlende Interaktion und Schließungen von Blogs schon immer etwas schade sind.

    So und dafür dass ich nicht wusste, was ich schreiben soll, ist das doch ein netter Kommentar geworden XD

    Liebe Grüße
    Marina

    • Phinphin 13. April 2016 at 08:20 - Reply

      „Was ich mir gut vorstellen kann, ist dass die Blogger vielleicht keine Zeit mehr haben. Ihnen das Schreiben nicht mehr so viel Spaß macht. Oder die Themen ausgehen.“
      Eben, das wird es sein. Gerade dass einem auch die Themen ausgehen, darf man nicht unterschätzen. Nicht, dass es wirklich nichts mehr gäbe, worüber man schreiben könnte. Aber manchmal sitzt man als Blogger genauso wie als Autor in einem Tief, in dem einem wirklich nichts mehr einfällt und die Inspiration einfach fehlt.

  8. Jens 8. April 2016 at 22:42 - Reply

    Zuerst einmal: mein Blog ruht und ist nicht eingestellt. Mir fehlt schlicht die Zeit und ich bin schon froh, halbwegs regelmäßig bei polyneux ein paar Texte liefern zu können. Wenn sich die Frage stellt: Spielen oder schreiben, entscheide ich mich momentan eher für’s spielen.

    Ansonsten habe ich das Gefühl, dass Blogs heutzutage professionalisiert werden müssten, um noch ordentlich Kommentare und Traffic generieren zu können. Oder mindestens auf verschiedenen Kanälen sollte gefunkt werden; eigentlich so, wie Roberto/polygonien das richtig gut macht. Nur noch öfter und nicht ganz so tief in der Nische, wenn es um bloßen Traffic gehen soll (aber warum sollte es das?). Text alleine scheint nicht mehr den Zeitgeist zu treffen und ich befürchte, das Rad lässt sich auch nicht mehr zurückdrehen. Lesen ist wohl zu mühsam geworden.

    • Phinphin 13. April 2016 at 08:15 - Reply

      Sorry, war keine Absicht deinen Blog totzusagen.

      Was das Professionalisieren betrifft, ist es wohl Ansichtssache, was man darunter vertseht. Einen qualitativ hochwertigen Blog zu haben oder mit dem Blog gutes Geld zu verdienen. Wenn man Glück hat, schafft man beides. Aber Clickbaits, Populismus und Effekthascherei halte ich für alles andere als qualitativ hochwertig. Leider verdient man genau damit oft das meiste Geld, weil es die höchsten Klickzahlen und damit die meisten Einnahmen bringt.

  9. Dennis (gamer83.de) 11. April 2016 at 08:18 - Reply

    Wow was für ein Thema! Ich als relativer Neuling habe dieses „Sterben“ noch gar nicht so bemerkt. Aber ok. Die genannten Gründe klingen alle soweit nachvollziehbar. Da bin ich mal stolz, dass ich noch nicht das Handtuch geworfen habe.

    Jedoch möchte ich dazu sagen, dass es bei mir ein Handtuch werfen nie geben würde. Zum einen müsste ich mit dem zocken aufhören, was die ewige Quelle meiner Inspiration und Leidenschaft ist. Zum anderen sehe ich meinen Blog, wie schon an anderer Stelle hier erwähnt, auch ein bisschen als digitales Tagebuch meiner Reise durch die Spielwelt. Und wenn es in einer Woche 5 Beiträge gibt, ist das so und wenn es in einem Monat nur 2 Beiträge gibt, ist das eben auch so.

    • Phinphin 13. April 2016 at 08:17 - Reply

      Du musst ja nicht zwangsweise mit dem Zocken aufhören, nur weil du deinen Blog einstellst 🙂
      Kann ja sein, dass du irgendwann statt zu Bloggen einem anderen Hobby nachgehst, weil du der Ansicht bist, dass du alles gesagt hast, was du sagen wolltest oder du einfach keine Zeit mehr hast.

  10. GwynGaming 13. April 2016 at 19:04 - Reply

    Was für ein schöner Beitrag, der mich oft zum Schmunzeln gebracht hat! Wie schon der Blogpost von der guten Zeitzeugin sehr motivierend für mich war, ist es auch dieser Beitrag. Also, auch dir vielen Dank für diese Motivation. Im Moment bin ich ja noch im Stadium, dass ich mich wie ein Schneekönig über mein erstes Kommentar freue. Vielen Dank auch dafür! Ich hoffe, dass ich einen längeren Atem haben werde, als so manch anderer Neuling. Was mir vorher überhaupt nicht bekannt war, dass es tatsächlich Foren und Projekte zu Blogs über das Gaming gab. Denn wenn ich ehrlich sein soll, habe ich bis jetzt kaum für mich interessante Blogs gefunden. Ein Glück für mich, dass hier so viele kommentiert haben, deren Blogs mehr als interessant aussehen. Ich denke, ich muss das erst noch für mich erschließen. Also ran ans ausprobieren! 🙂

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