Der Star Citizen – Selbstbetrug

Im Vergleich zu Ende 2014 bzw. Anfang 2015 ist es derzeit recht ruhig um Star Citizen. Das Spiel gerät höchstens mal in die Schlagzeilen, wenn eine neue Testversion veröffentlicht wird oder eine weitere verschoben wird. Oder aber auch, wenn wiedermal Schiffe für Echtgeld angeboten werden. Wer diese Konzeptverkäufe verfolgt hat, der weiß, dass der Schiffskauf in Star Citizen alles andere als ein Schnäppchen ist. Die Kosten für ein einziges Schiff reichen von 40 € – 2.500 €. Die meisten Schiff-Sales bewegen sich im Bereich zwischen 200 € – 800 €.

Die mögliche Enttäuschung

Wohlgemerkt – für ein digitales Gut, welches noch nicht mal fertig gestellt ist. Ich freue mich über jeden Euro, der bei solchen Aktionen in das Spiel fließt. Ich selbst habe mir in 2014 nur die Standard-Version für 35€ gekauft und habe seitdem keinen weiteren Cent ausgegeben. Das liegt vor allem daran, dass ich mir die Schiffe selbst erspielen mag, anstatt sie mir einfach mit drei Mausklicks und der Visacard freizuschalten, zum anderen aber auch daran, dass ich es für viel zu gefährlich halte, für ein Spiel, welches ich nicht spielen konnte hunderte von Euro auszugeben.

Hinterher ist das Spiel Mist – oder wahrscheinlicher noch: Das teuer gekaufte Raumschiff ist nicht so, wie man es sich vorgestellt hat. Da hat man sich für 2.500 € einen tollen Javelin-Zerstörer gekauft, der dann hinterher durch den Entwickler aufgrund von Balancing-Problemen immer weiter abgeschwächt wird. Oder man wird trotz Zerstörer von einer Hand voll Spieler, die sich alles in wenigen Wochen kostenlos erspielt haben, in die Schranken gewiesen.

Fahrt mit dem Mauszeiger über die Bilder, um die Preise zu erfahren:

Aber das sind doch nur Spenden!

Das wird einige Star Citizen-Fans sicher nicht stören. Der Großteil der Käufer wird allerdings – wie in jedem anderen MMO Sturm laufen. Im Forum oder unter den News zu den Schiffsales gibts dann immer wieder die gleiche Diskussion: Viele kritisieren die teuren Raumschiffverkäufe oder das Finanzierungsmodell von Star Citizen und Fans halten dagegen. Ein Argument wird von den Fans dabei bei jeder Diskussion gebracht: Es handele sich gar nicht um Schiffsverkäufe, sondern um Spenden, bei denen die Spender als kleines Dankeschön ein Schiff geschenkt bekommen.

Das halte ich für absoluten Selbstbetrug. Person A erhält von Firma B durch die Zahlung von Betrag X Produkt Z. Das ist genau die Definition eines Kaufs. Bei einer Spende / Schenkung erhalte ich in der Regel keine Gegenleistung. Und schon gar nicht, wird mit dieser Gegenleistung geworben. Was Star Citizen hier macht, ist ein ganz normales Austauschgeschäft. Ich gebe Geld, erhalte dafür das Schiff. Das kann man sich dabei schönreden wie man möchte.

Auch Roberts weiß das. Er nutzt bei diesen Pseudo-Spenden nämlich ganz normale Marketingtricks, um die Leute zu Kauf! anzuregen. Zum Beispiel handelt es sich bei den Raumschiffen um digitale Güter. Diese sind in unbegrenzter Menge vorhanden und auch auf unbegrenzte Zeit. Trotzdem gibt es bei vielen Sales zeitliche und ab und zu auch mengentechnische Begrenzungen. Das heißt Roberts verwendet hier eine künstliche Verknappung, um den Käufern eine Exklusivität zu verkaufen und ihnen vorzumachen, dass es sich hier um ein sehr wertvolles Produkt handeln muss. Wer nicht sofort zugreift, hat vielleicht nie wieder die Chance, das Schiff zu erhalten.

Wenn das nach Ansicht mancher Fans eine Spende sein soll, dann spende ich anscheinend jeden Tag. Für Rewe, für meinen Stromanbieter, Textilkonzerne, Restaurants, die Deutsche Bahn oder meinen Vermieter. Wird das ein Spaß, wenn ich die ganzen Spenden von der Steuer absetzen kann.

Deswegen liebe Fans, lasst euch gesagt sein: Ich weiß, dass das ein Kauf ist. Roberts weiß, dass das ein Kauf ist. An jeden Kauf sind gewisse Erwartungen geknüpft. Roberts wird nicht alle Erwartungen erfüllen können. Der Shitstorm wird kommen.

Eine Liste einer Schiffpreise findet ihr im Fan-Wiki zu Star Citizen

By | 2017-01-04T09:43:13+00:00 November 3rd, 2016|Videospiele|0 Comments

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Mittlerweile junge, süße 29 Jahre alt, immer auf der Suche nach dem perfekten Videospiel und tollen Blogs. Mag schwarzen / versauten Humor und freut sich über den Porno, der kürzlich mit Google Glass aufgenommen wurde.

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