Rückblende: Meine Zeit im Glamour-Forum

Es gab mal eine Zeit, da kam ich frisch an der Uni (2005-2006) an und hab aus Coolnessgründen den Playboy und die Vanity Fair gelesen. Zu dieser Zeit habe ich viel Zeit im Internet verbracht (also wie heute, haha). Aber anders als heute, habe ich oft meine Zeit im Web damit verbracht, mich mit anderen in Internetforen auszutauschen. In der Regel waren das Jungs, die ich irgendwo in World of Warcraft oder Battlefield 1942 kennengelernt habe. Die waren zwar alle ganz nett, aber irgendwann hatte ich von dieser Salamiparty die Nase voll, weswegen ich mir die Frage gestellt habe, wo man im Internet schnell in Kontakt mit Frauen kommt.

Vom Stubenhocker zum … Stubenhocker

Nachdem ich damals das Pick-Up-Artist-Buch „Die perfekte Masche: Bekenntnisse eines Aufreißers“ gelesen hatte, hielt ich mich wohl für so eine Art Barney Stinson und hatte einen super Plan, wie ich Frauen kennenlernen konnte: Ich blieb zuhause und hab den PC angeworfen. Das war zwar genau das Gegenteil von dem, was ich laut Buch tun sollte, aber whatever. Dafür hatte ich mir, wie ein Löwe, der an der Wasserquelle auf seine Beute lauert, einen Ort gesucht, der vor potenziellen Zielpersonen (Frauen) nur so wimmelte: Das Glamour-Forum.

Ich brauche euch da sicher nicht erklären, dass es dort vermutlich einen Frauenanteil von 90%-95% gab. Und anfangs hatte ich wirklich etwas Bammel davor. Denn im Internet und gerade in Diskussionen wird sowohl unter Männern als auch unter Frauen mit harten Bandagen gekämpft. Im Endeffekt lief es meist aber wie in jedem anderen Forum auch. Es gab die Möchtegern-Alphas, die seit Jahren im Forum aktiv waren und dachten, sie hätten die Weishheit mit dem Löffel gefressen. Es gab permanent Kleinkriege und Zickereien. Es gab aber auch viele sehr nette Leute. Es gab sogar einen Thread ala „was zockt ihr gerade“ in dem ich mich häufiger ausgetauscht habe. Ein paar der damaligen Austauschpartner sind mittlerweile (oder waren damals schon) sogar selbst bekannte Blogger, wie z.B. Guddy von Zeitzeugin.net.

Die Besonderheiten von „Frauen-Foren“

Nichts desto trotz gab es dann doch ein paar Situationen, in denen ich merkte, dass ich mich unter Frauen bewegte. So gab es z.B. die Regel, dass es verboten war seine Körpermaße / BMI / Gewicht zu nennen, um zu verhindern, dass Personen mit Esstörungen oder krankhaftem Körpergefühl in irgendeiner Art und Weise getriggert werden. In den meisten Männerforen wären solche Regeln wohl undenkbar. Da würde es mich nicht mal wundern, wenn man dort stolz seine Schwanzlängen oder seinen Oberarmumfang in einem Forenranking zur Schau stellen könnte.

Das Glamour-Forum hatte aber auch seine amüsanten Stellen. Meist waren das Threads zum Thema Beziehungsberatung. Wenn eine junge Frau total entrüstet im Forum nachfragt, wie sie denn darauf reagieren soll, dass ihr Freund gerne mal seinen „kleinen Max“ (Zitat) in ihr „Pupsloch“ (Zitat!) stecken würde, dann muss man erstmal den Lachkrampf überwinden.

Rückblickend betrachtet, war das sicher keine schlechte Zeit im Forum. Und ja, ich habe dort auch Frauen kennengelernt und „offline“ gedated. Die große Liebe war nicht dabei. Die lernte ich erst ein Jahr später kennen. Ebenfalls übers Internet.

By | 2017-01-04T09:41:11+00:00 Dezember 20th, 2016|Persönliches und Politik|1 Comment

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Mittlerweile junge, süße 29 Jahre alt, immer auf der Suche nach dem perfekten Videospiel und tollen Blogs. Mag schwarzen / versauten Humor und freut sich über den Porno, der kürzlich mit Google Glass aufgenommen wurde.

One Comment

  1. Guddy 23. Dezember 2016 at 00:00 - Reply

    Hach, good old times… 😀

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