Star Wars: Battlefront 2 besser als Battlefront 1?

Ich hielt Star Wars Battlefront 1 für einen soliden Shooter. Zwar um Längen schlechter als die Battlefield Reihe, aber trotzdem kein schlechtes Spiel. Deswegen konnte ich den großen Kritik-Sturm bereits im Vorfeld zu Zeiten der Beta bzw. des Early Access in 2015 nur bedingt nachvollziehen.

Viele haben sich ein Battlefront 3 gewünscht, welches auf die in 2004 und 2005 erschienenen Star Wars Teile aufbaute. Ich persönlich empfand damals (2004) den ersten Teil der Serie als große Frechheit. Zu dieser Zeit war ich leidenschaftlicher Battlefield Spieler, und für mich war Star Wars Battlefront 1 (2004) eine lieblose, 40 Euro Mod für Battlefield 1942. Zumal es mit Galactic Conquest bereits eine kostenlose Mod im Star Wars Setting gab.

Wie dem auch sei, habe ich es DICE hoch angerechnet, dass sie sich mit Battlefront (2015) zu einem Reboot getraut haben, anstatt einfach Battlefield 4 mit Star Wars Skins auszustatten. Nichts desto trotz hat es einfach nicht ausgereicht um einen wirklich tollen Shooter auf die Beine zu stellen. Zu unkomplex, zu flach. Kaum Langzeitmotivation und teilweise schlecht durchdachte Spielmechaniken.

Jetzt steht Star Wars Battlefront 2 (2017) in den Startlöchern und nach gut 10 Stunden Beta ist halt die Frage da, ob es DICE diesesmal schafft einen hervorragenden Shooter auf die Beine zu stellen oder zumindest eine Verbesserung zu erzielen.

Das hat mich genervt:

Als kritischer Beta-Spieler sind mir natürlich wieder zahlreiche Mängel ins Auge gestochen. Manche davon haben es wirklich in sich:

  • So ist ein Gruppenspiel – wie auch schon bei der Gamescom-Version – kaum möglich. Man spawnt als Squad mit zufälligen! Spielern auf der Karte. Erhält zwar Bonuspunkte, wenn man sich in deren Nähe aufhält, allerdings werden die Mitglieder weder auf der Minimap noch sonstwo im Hud markiert. Da ja alle Figuren des Teams je nach Klasse gleich aussehen, hat man bereits wenige Sekunden später seine Squadmitglieder verloren.

  • Starke Balancingprobleme – gerade auf Theed (die Map auf Naboo). Man ist z.B. nicht oder kaum in der Lage mit seinem Flugzeug / Bomber die Infanterie am Boden aufs Korn zu nehmen, da die Flugzeugwaffen kaum Schaden verursachen und die Infanteristen auf die größere Entfernung kaum erkennbar sind. Das macht z.B. den Luftkampf auf der Karte komplett nutzlos.

  • Auf Theed ist gerade die zweite Phase so kurz, dass man kaum taktisch vorgehen kann. Man kann deswegen weder genug Battlepoints „farmen“ um mit starken (Helden)Charakteren die Verteidigungslinie des Gegners zu durchbrechen, noch bleibt viel Zeit Schwachstellen des Gegners zu suchen.

Das hat mich positiv überrascht:

Trotzdem haben sich auch einige Dinge zum Positiven verändert.

  • Ich fand die Raumkämpfe in BF 1 (2005) richtig grottig. Das war aufgrund der Missionsziele, des Mapdesigns und der Flugzeugsteuerung eher ein Moorhuhnschießen als alles andere. Ich habe deswegen in der jetzigen Beta mit dem Raumkampfmodus angefangen, um ihn schnell abzuhaken und anschließend beiseite zu legen. Ich war aber wirklich überrascht wie gut das neue Klassensystem auch in den Raumschlachten funktioniert hat und wie großartig die Missionsziele und Inszenierung gestaltet wurden. Kampf gegen Großkampfschiffe, dutzende kleine Feindjäger. Das Eskortieren von Y-Bombern. Anschließend Angriffe auf Schildgeneratoren inklusive Tunnelflüge. Und zum Schluss die Zerstörung einen Sternenzerstörers. Und das alles fast schon dynamisch in einer einzigen Schlacht!

  • Auch bei den Bodenkämpfen hat sich das Waffenhandling um einiges verbessert. Man muss jetzt die Streuung der Waffe und deren Überhitzung besser einkalkulieren. Man kann seine Waffen modifizieren. Auch hier gibt es jetzt verschiedene Klassen zur Auswahl, deren Ausrüstung sich ebenfalls modifizieren lässt.

  • Zu guter letzt ist auch das Power-Up-System verschwunden. Stattdessen verdient man sich im laufe des Matches „Battlepoints“ mit denen man als Panzer, als Supersoldat, Raumjäger oder Held spawnen kann. Wer erfolgreich spielt, kann dadurch schneller in der laufenden Partie auf höhere Feuerkraft zurückgreifen.

Aufgrund des erhöhten Anspruchs (Waffenhandling, Klassensystem) und der höheren Individualisierbarkeit, gehe ich davon aus, dass es mit dem Spiel in Sachen Langzeitmotivation wesentlich besser aussieht als im direkten Vorgänger. Ich hoffe nur, dass DICE das Squadsystem und das Balancing noch mal gehörig überarbeitet. Alles in allem bin ich mit der Beta hier aber wesentlich zufriedener als mit der Beta des ersten Teils.

By | 2017-10-11T11:27:43+00:00 Oktober 11th, 2017|Videospiele|2 Comments

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Mittlerweile junge, süße 29 Jahre alt, immer auf der Suche nach dem perfekten Videospiel und tollen Blogs. Mag schwarzen / versauten Humor und freut sich über den Porno, der kürzlich mit Google Glass aufgenommen wurde.

2 Comments

  1. toastkunst 11. Oktober 2017 at 13:42 - Reply

    Da hätte ich einige Fragen, die mir durch ein etwas älteres Video eines Beta-Testers einfallen.

    – Was kannst du zum Thema des zu starken Raketenwerfers sagen?
    Laut des Testers wurde dieser beinahe permanent von Mitspielern eingesetzt und hat dadurch ein faires Feuergefecht aussichtslos erscheinen lassen.

    – Ebenso sollen die Karten verwinkelt sein, wodurch ein Angriff (ähnlich wie Metro) eher einem Schlachthaus gleicht. Wie schaut es an der Front aus? Sind die Karten gut designed?

    – der Toastkunst war’s

    • Phinphin 11. Oktober 2017 at 14:21 - Reply

      Die regulären Klassen haben keinen Raketenwerfer. Du musst entweder als eine Spezialklasse oder eine Heldenklasse spawnen. Die Kosten 2000 bzw. 5000 Battlepoints. Dadurch kannst du pro Match nur maximal 1-2 Mal auf den Raketenwerfer zugreifen. Ich bin in der gesamten Beta nur 2 mal durch einen Raketenwerfer gestorben. Das liegt auch daran, dass man dank Hechtrolle relativ schnell ausweichen kann und die Raketen jetzt nicht den riesen Explosionsradius haben. Sehr viel nerviger ist da die Schrotflinte.

      Die Karten sind verwinkelt, bestehen aber aus drei verschiedenen „Straßensystemen“ (links, mitte, rechts).
      Die Karte an sich ist auch wesentlich größer als Metro und statt 64 laufen nur 40 Spieler auf der Karte rum.
      Wenn du links merkst, dass es nicht mehr vorwärts geht, läufst du halt schnell in die Mitte oder nach rechts.

      Die Mitte hat als Angreifer den Vorteil, dass du dort von deinem Truppentransporter Rückendeckung bekommst.

      Das ganze gilt allerdings nur in Phase 1. Sobald du in Phase 2 ankommst, gehts in den Palast. Und dort musst du zwei verschiedene Computersysteme deaktivieren (eines links und eines rechts). Da gehen dann wieder die Balancing-Probleme los, weil es genau hier zu einem Schlachthaus wird:
      – du musst wirklich beide Computersysteme lahmlegen
      – die Flure sind sehr eng
      – die Laufwege vom Respawn sind kurz
      – du hast meist nur 4-6 Minuten Zeit.
      – Verteidiger sind im Vorteil

      Es ist zwar nicht mehr so schlimm wie damals oder wie in Battlefield weil:
      – du mit den Spezialklassen / Helden schnell den Raum leeräumen kannst
      – die Offiziersklasse ein Abwehrsystem gegen Sprengstoffe (wie z.B. Granaten) errichten kann

      Aber in Anbetracht dessen, dass die Angreifer an der Stelle in 9/10 Fällen verlieren, sollte DICE besser Maßnahmen ergreifen:
      – dass die Angreifer nur einen Computer deaktivieren müssen
      – dass man Blockadebrecher wie Droidekas einführt, die leichter die Gegnerfront durchbrechen können und nicht nur Kanonenfutter sind
      – die Ticketanzahl für Angreifer erhöht wird

      In Phase 3 musst du den Thronraum erobern. Die Phase ist wesentlich einfacher als die Computersysteme zu deaktivieren.

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