Seit 01.10.2017 bin ich offziell wieder Stu­dent. Da ich trotz­dem noch weit­er vol­lzeit arbeit­en gehen möchte, habe ich mich für ein Teilzeit­studi­um entsch­ieden. Da ich beru­flich und famil­iär nicht so flex­i­bel bin, dass ich jeden Abend und jeden Sam­stag an Präsen­zver­anstal­tun­gen teil­nehmen kön­nte, habe ich mich für ein Fern­studi­um entsch­ieden. Und da ich bei ein­er Behörde beschäftigt bin, täglich mit Geset­zen arbeite, habe ich mich für den Stu­di­en­gang des Bach­e­lor of Laws entsch­ieden. Dann bin ich mit Abschluss des Studi­ums offiziell Jurist und kann die Kar­ri­ereleit­er weit­er nach oben klettern.

Ich habe ja vor ein­er Weile bere­its meinen Erfahrungs­bericht zu mein­er Aus­bil­dung zum Ver­wal­tungs­fachangestell­ten veröf­fentlicht und dachte mir deswe­gen, dass ich das gle­iche auch mit meinem Fern­studi­um machen sollte.

Das Teilzeitstudium des Bachelor of Laws dauert insgesamt 5 Jahre. 

Deswe­gen wollte ich statt einen großen Artikel am Ende des Studi­ums, lieber zahlre­iche kleinere Artikel qua­si als laufend­es “Tage­buch” veröf­fentlichen. Das erschlägt den Leser nicht sofort und ich habe den Vorteil, dass ich euch alles brüh­warm erzählen kann anstatt im Laufe der Jahre wieder die Hälfte zu vergessen.

Grundsätzliches zum Studium des Bachelor of Laws

Der Bach­e­lor of Laws beste­ht aus ins­ge­samt 21 Mod­ulen mit rechtswis­senschaftlichem oder wirtschaftswis­senschaftlichem Inhalt.
15 der 21 Mod­ule sind rechtswis­senschaftliche Module.
3 der 21 Mod­ule sind wirtschaftswis­senschaftliche Module.
3 der 21 Mod­ule sind Wahlmod­ule, bei denen man selb­st entschei­den kann, welchen inhaltlichen Schw­er­punkt man auswählt.

Die Dauer des Vol­lzeit­studi­ums beträgt 7 Semes­ter. Die Dauer des Teilzeit­studi­ums beträgt 10 Semester.
Pro Semes­ter sollte man 2 (Teilzeit) bzw. 3 (Vol­lzeit) Mod­ule abschließen.
Pro Mod­ul sollte man mit einem Arbeit­saufwand von etwa 10 Stun­den pro Woche rechnen.

Der Arbeitsaufwand kann natürlich erheblich variieren.

Durch meine Aus­bil­dung kenne ich z.B. bere­its die Grund­la­gen der einzel­nen Rechts­ge­bi­ete, den Gutacht­en­stil, Dop­pelte Buch­fürhung, etc. Deswe­gen habe ich ger­ade zu Mod­ul­be­ginn einen kleinen Vorteil und muss deswe­gen nicht bei null anfangen.

Nichts­destotrotz muss man natür­lich berück­sichti­gen, dass so ein rechtswis­senschaftlich­es Studi­um erhe­blich mehr in die Tiefe geht als eine rechtswis­senschaftliche Aus­bil­dung. Deswe­gen komm ich auch nicht drum rum mir sehr viel neues anzueignen.

Da die Fer­nuni eine staatliche Uni ist, ent­fall­en hohe Studi­umge­bühren. Stattdessen muss man einen Semes­ter­beitrag bezahlen, der sich danach richtet, für wieviele Mod­ule man sich im jew­eili­gen Semes­ter anmeldet bzw. wieviele Semes­ter­wochen­stun­den diese Mod­ule bele­gen. Pro Semes­ter­wochen­stunde fall­en 20 Euro an. Im Schnitt zahlt man dadurch pro Semes­ter zwis­chen 250 (Teilzeit) und 400 (Vol­lzeit) Euro.

Dadurch bewegen sich die Gesamtkosten des Bachelor Studiums bei ungefähr 2.400€.

Im Ver­gle­ich zu pri­vat­en Hochschulen ist das sehr günstig.

In vier Mod­ulen gibt es verpflich­t­ende Präsen­zver­anstal­tun­gen. Dort müssen dann jew­eils 12 Stun­den abgeleis­tet wer­den. Die Präsen­zver­anstal­tun­gen wer­den (bis auf das Abschlusssem­i­nar) nicht nur in Hagen, son­dern auch in den ver­schiede­nen Region­alzen­tren ange­boten. Bei mir wären die Region­alzen­tren z.B. Frank­furt am Main oder Karl­sruhe. Dafür muss man zwar schon­mal 60 Minuten Zug­fahrt in Kauf nehmen, aber dafür betr­e­f­fen die Präsen­zver­anstal­tun­gen nur ein paar Woch­enen­den im gesamten Studium.

Der Ablauf des Studi­ums find­et also fast auss­chließlich bei euch zuhause statt. Zur Hil­festel­lung wer­den noch soge­nan­nte Men­to­ri­ate in den Region­alzen­tren zur Ver­fü­gung gestellt. Diese sind frei­willig und dienen dazu, die Stu­den­ten zu unter­stützen, die am Besten in nor­malem Präsen­zun­ter­richt lernen.

Anson­sten erhält man kurz vor Beginn des Semes­ters die Kurs­ma­te­ri­alien zu den belegten Mod­ulen zugeschickt. Das sind meist hun­derte Seit­en, die auf mehrere Büch­er (soe­gan­nte Kur­sein­heit­en) verteilt sind. Man muss natür­lich bis zum Ende des Semes­ters alle Büch­er abgear­beit­et haben. Sollte sich allerd­ings nicht von der schieren Anzahl an Seit­en abschreck­en lassen.

Um den Studierenden eine gewisse Struktur beim Lernen vorzugeben, werden zu bestimmten Terminen “Hausaufgaben” fällig.

Die unter­schei­den sich ja nach belegten Mod­ul in ihrer Art und Weise. Im Mod­ul “Propädeu­tikum” wer­den die Grund­la­gen des juris­tis­chen Arbeit­ens gelehrt. Dort ist es z.B. üblich, dass ihr zwei Wochen Zeit habt, um einen Übungs­fäll zu bear­beit­en und an ein­er Online-Übungsauf­gabe teilzunehmen. Gle­ichzeit­ig wird euch emp­fohlen Seite X — Y zu lesen, um die Auf­gaben lösen zu kön­nen. Anschließend gibts einen Video-Online-Besprechung in der die Muster­lö­sung und die zu lesenden Seit­en um Buch besprochen werden.

In der Mitte des Semes­ters müsst ihr eine Hausar­beit schreiben und zur Kor­rek­tur per Post ein­senden. Das sind die soge­nan­nten Ein­sendeauf­gaben. Das beste­hen dieser Auf­gaben ist Zulas­sungsvo­raus­set­zung für die Modulabschlussklausur.

Anhand solch­er Lernkon­trollen werdet ihr sehr struk­turi­ert durchs Studi­um geführt. Man merkt dadurch recht schnell, dass man eben nicht auf sich alleine gestellt ist und deswe­gen Gefahr läuft den roten Faden zu verlieren.

Das waren so die groben, grund­sät­zlichen Dinge, die das Studi­um betr­e­f­fen. Wenn ihr wis­sen wollt, was es mit moo­dle oder dem virtuellen Stu­di­en­platz auf sich hat und wie die ersten Ver­anstal­tun­gen ablaufen, soll­tet ihr unbe­d­ingt den zweit­en Teil meines Erfahrungs­berichts lesen: Moo­dle, Propädeu­tikum und Co.