Erfahrungsbericht: Bachelor of Laws Fernuni Hagen – Erstes Semester

In diesem Abschnitt meines Erfahrungsberichtes zum Fernstudium an der Uni Hagen geht es vorwiegend um den Ablauf des ersten Semesters an der Hochschule.
Beachtet bitte, dass ich aufgrund der Tatsache, dass ich nur Teilzeit-Student bin, nur zwei anstatt drei Module pro Semester besuche. In diesem Fall sind das die Module „Propädeutikum“ und „Externes Rechnungswesen“. Für die allgemeinen Informationen (Kosten, Struktur, Arbeitsaufwand, etc.) zum Bachelor of Laws der Fernuni Hagen, könnt ihr euch den ersten Teil meines Erfahrungsberichts ansehen.

Versand der Kursmaterialien

Kurz vor Vorlesungsbeginn/Bearbeitungsbeginn erhaltet ihr die ersten Kursmaterialien. Zum Wintersemester ist das meist Ende September. Zum Sommersemesters meist Ende März.
Die genauen Termine erhaltet ihr auf der Homepage der Uni unter dem Punkt Semestertermine. Abhängig davon welches Modul ihr belegt habt, erhaltet ihr die Kursmateralien entweder komplett auf einen Schlag oder der Versand findet getrennt in mehreren Phasen statt. Im Propädeutikum habe ich beispielsweise alle Kursmaterialien (Kurseinheit 1-6) auf einen Schlag ende September erhalten. Im Externen Rechnungswesen habe ich erst die Kursmaterialien für Buchführung erhalten und einige Wochen später die Kurseinheiten für Jahresabschluss sowie die betriebliche Steuerlehre.

Wenn man das erste Mal das riesen Paket mit den Kurseinheiten erhält, fühlt man sich sicher relativ erschlagen, da es sich pro Modul insgesamt um 500 – 900 Seiten Text, Übungsaufgaben und Lösungen handelt. Sofern man regelmäßig Zeit investiert, ist das allerdings machbar. Sobald ihr die ersten Kurseinheiten erhalten habt, solltet ihr aber auf alle Fälle erstmal den Lieferscheinschein zur Hand nehmen und überprüfen, ob wirklich alle Studienmaterialien vorhanden sind oder ob etwas fehlt. Sollten Unterlagen fehlen, könnt ihr das dem Studierendenservice mitteilen, damit euch die fehlenden Materialien nachgeschickt werden.

Selbst wenn etwas zum Semesterstart fehlen sollte, ist das nicht weiter tragisch, weil alle Studienmaterialien fast zeitgleich mit dem Versand auch in eurem Virtuellen Studienplatz als .pdf zur Verfügung gestellt wurden.

 

Aber was ist der Virtuelle Studienplatz eigentlich? 

Moodle und Virtueller Studienplatz

Habt ihr euch das erste Mal bei der Fernuni Hagen immatrikuliert, erhaltet ihr neben eurem Studierendenausweis auch Zugangsdaten für den Virtuellen Studienplatz. Von diesem aus, könnt ihr vieles was Modulübergreifend mit eurem Studium zu tun hat, erledigen. Darunter zum Beispiel:

  • Ändern des Kennwortes

  • Ändern der Anschrift, Telefonnummer, Emailadresse

  • Anmeldung zu Kursen / Modulen

  • Zugriff auf die Kursmaterialien

  • Änderung des regionalen Studienzentrums

  • Rückmeldung fürs nächste Semester

Der virtuelle Studienplatz ist damit soetwas wie ein Online-Campus auf dem man alles, was irgendwie mit der Verwaltung des Studiums zu tun hat, regeln kann.

Neben dem Virtuellen Studienplatz gibt es allerdings noch die Plattform „Moodle“. Moodle ist dabei eine Art Online-Kursraum. Dort findet hauptsächlich die Kommunikation zwischen den Studierenden und den Dozierenden statt. Es gibt dort Online-Foren, Übungsaufgaben, FAQs zu den entsprechenden Modulen, Videos, Powerpoint-Folien, Online-Vorlesungen, etc.

Damit ihr Zugriff auf all das habt, müsst ihr euren Kurs in Moodle suchen (bitte nicht vergessen bei der Suche auf das aktuelle Semester umzustellen) und euch für euer Modul über Moodle anmelden. Nach kurzer Zeit seid ihr dann freigeschaltet und gelangt über Moodle in euren virtuellen Kursraum. Da die Dozierenden eures Moduls selbst entscheiden, wie die Lernumgebung aufgebaut ist, sieht jeder Kursraum etwas anders aus. Im Propädeutikum habt ihr z.B. zu Beginn des Semesters nur ein paar Übungsaufgaben und einen Begrüßungstext in Moodle. Mit Fortschreiten des Kurses werden die Inhalte allerdings Stück für Stück erweitert.

Einsendearbeiten und Selbstkontrollarbeiten

Wie bereits im ersten Teil meines Erfahrungsberichtes zum Bachelor of Laws angedeutet, seid ihr in der Strukturierung des Studiums nicht vollkommen frei bzw. hoffnungslos überfordert (je nach Betrachtungsweise), sondern bekommt eine kleine Grundstruktur u.A. in Form von Lernzielkontrollen vorgegeben. Das heißt ihr schreibt im laufe eines Semesters nicht nur am Ende eine Abschlussklausur, sondern müsst auch während des Semesters immer wieder „Zwischenklausuren“ schreiben. Dabei wird zwischen Einsendearbeiten und Selbstkontrollarbeiten unterschieden.

Die Selbstkontrollarbeiten sind dabei eher Übungsklausuren. Der Ausgang der Selbstkontrollarbeiten hat keinen Einfluss auf euer restlichen Studium. Die dienen – wie der Name schon sagt – einfach nur als Möglichkeit der Selbstkontrolle. Ihr bekommt ein paar Übungsaufgaben, löst diese und schickt eure Ergebnisse an die Fernuni. Anschließend bekommt ihr die Korrektur zurück.

Ob ihr die Selbstkontrollarbeiten gut löst oder schlecht, oder ob ihr diese überhaupt bearbeitet, ist für die Zulassung zur Abschlussklausur nicht relevant.

Für die Zulassung zur Abschlussklausur ist es allerdings sehr wohl relevant, dass ihr die Einsendearbeiten besteht. Schafft ihr es nicht die Einsendearbeiten zu bestehen, erhaltet ihr keine Zulassung zur Modul-Abschlussklausur, weshalb ihr den Kurs im nächsten Semester wiederholen müsst. Wieviele bestandene Einsendearbeiten für die Zulassung benötigt werden, ist immer von Modul zu Modul unterschiedlich. Im Externen Rechnungswesen gibt es vier Einsendearbeiten, wovon nur zwei bestanden werden müssen. Im Propädeutikum gibt es nur eine einzige Einsendearbeit, die somit zwingend bestanden werden muss.

Was ihr deswegen auch auf alle Fälle im Auge behalten müsst, sind die Fristen, bis wann die Einsendearbeit bei der Fernuni vorliegen muss. Habt ihr die Frist überschritten, gilt die Einsendearbeit als nicht bestanden. In der Regel dauert die Korrektur der Einsendearbeiten 6 – 8 Wochen.

Externes Rechnungswesen ist bezüglich der Einsendung und der Korrektur eine kleine Ausnahme. Die Einsendearbeiten (und Selbstkontrollarbeiten) müssen dort nämlich nicht per Post geschickt werden, sondern werden über den Virtuellen Studienplatz in eine Eingabemaske übertragen und automatisch von einem Computer korrigiert – also wie so eine Art E-Klausur.

Propädeutikum

Wie bereits mehrfach erwähnt, ist das Propädeutikum eines der Module, das ich gleich im ersten Semester belegt habe. Die Belegung dieses Modules ist für das weitere Studium des Bachelor of Laws auch unerlässlich. Denn im Propädeutikum werden euch die ersten Werkzeuge des Juristen näher gebracht:

  • Wie zitiert man eine Norm?

  • Wie liest man den Sachverhalt?

  • Wie wendet man den Gutachtenstil an?

  • Wie legt man Gesetze aus?

  • Wie erstellt man sich ein Prüfungsschema?

Besonders hervorheben möchte ich die wirklich gelunge Strukturierung des Kurses. So findet alle zwei Wochen eine virtuelle Besprechung statt. Das heißt ich habe montags alle zwei Wochen ab 20:15 Uhr einen Livestream angeschaut, in dem meine Dozenten einen Fall lösen, Unterricht halten und Fragen beantworten. Der Livestream geht immer so zwischen 2-3 Stunden und man merkt den Dozenten wirklich an, dass sie nicht nur fachlich fit sind, sondern auch mit Begeisterung in der Lehre tätig sind.

Oft gibt es als Vorbereitung zum Livestream immer Hausaufgaben auf. Dabei muss man ein entsprechendes Kapitel im Kursskript lesen (30-60 Minuten), eine Übungsaufgabe bestehen (10-15 Minuten) und einen Fall gutachterlich lösen (60-180 Minuten). Da der Livestream auch aufgezeichnet wird, kann man ihn sich auch noch hinterher ansehen, falls man terminlich nicht an der Live-Veranstaltung teilnehmen kann.

Externes Rechnungswesen

Im Modul „Externes Rechnungswesen“ läuft der Hase ein wenig anders. Hier gibt es keine virtuelle Besprechungen. Man steht zwar mit seinen Dozierenden über ein Online-Forum im Kontakt und kann dort Fragen stellen, grundsätzlich gefällt mir die Strukturierung (und Betreuung) des Moduls aber nicht ganz so gut. Die Struktur – also bis wann man wie weit mit dem Lernstoff sein soll – wird grob durch die Selbstkontroll- und Einsendearbeiten festgelegt. Wenn also die erste Selbstkontrollarbeit 4 Wochen nach Bearbeitungsbeginn eingereicht werden soll und die Kurseinheiten 1 und 2 beinhaltet, weiß man, dass man bis zu diesem Termin die Kurseinheiten 1 und 2 abgeschlossen haben muss.

Das Modul ist in drei Teile aufgeteilt: Buchführung, Jahresabschluss und betriebliche Steuerlehre.

Gerade das Thema Buchführung ist nicht zu unterschätzen. Man muss während des Lernens wirklich immer am Ball bleiben, weil die Inhalte Stück für Stück aufeinander aufbauen und dabei immer komplexer werden. Für Leute, die bereits nach ein paar Wochen schon überfordert sind, kann ich nur empfehlen an den freiwilligen Mentoriaten des Moduls teilzunehmen. Ansonsten sollte man sich merken, dass die Abschlussklausur etwa in  50% Jahresabschluss, 33% Buchführung und 17% Betriebliche Steuerlehre aufgeteilt ist. Sich also nur auf ein Thema zu konzentrieren, ist ziemlich riskant.

Prüfungsanmeldung

Mitte des Semesters müsst ihr unbedingt dran denken, euch für die Modul-Abschlussklausuren anzumelden. Die genauen Termine, ab wann die Anmeldung möglich ist, erfahrt ihr in der Regel in Moodle oder direkt auf der Homepage der Fachbereiche ReWi oder WiWi.

Auch wenn ihr eure Ergebnisse für die Einsendearbeiten noch nicht zurück habt, könnt und solltet ihr euch für die Klausur anmelden. Sofern ihr nicht bestanden habt und damit nicht an der Klausur teilnehmen könnt, könnt ihr euch auch hinterher wieder abmelden. Die Anmeldung nach Ablauf der Anmeldefrist ist allerdings nicht möglich.

Wo und wann genau die Klausuren stattfinden, erfahrt ihr im Heft „Studien- und Prüfungsinformation Nr.2“ welches immer erst Mitte des Semesters verschickt wird.

By | 2018-01-29T14:09:31+00:00 Januar 29th, 2018|Persönliches und Politik|0 Comments

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Mittlerweile junge, süße 29 Jahre alt, immer auf der Suche nach dem perfekten Videospiel und tollen Blogs. Mag schwarzen / versauten Humor und freut sich über den Porno, der kürzlich mit Google Glass aufgenommen wurde.

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